17. März 2022

Kiubo

Wohnen anders denken: Das ist Kiubo

In Graz ist es bereits gelebte Realität

Kiubo – das ist die erste mobile Wohnung Europas. Denn Kiubo ist ein modulares Bausystem, das völlig flexibel funktioniert. Das System trennt den Rohbau vom Ausbau und ist so auf den individuellen Lebenszyklus anpassbar. Seit Oktober 2021 ist es Realität. In der Grazer Starhemberggasse steht das erste mehrgeschossige Kiubo-Wohnhaus, das gleichzeitig auch Sitz des jungen Unternehmens Kiubo ist.

Kiubo – die erste mobile Wohnung Europas.
Druckfähiger Download Foto: © Paul Ott

Die Umstände verändern sich im Laufe eines Lebens. Manche von uns wechseln mit einem neuen Job auch gleichzeitig ihren Wohnort. Plötzlich braucht man in der Wohnung mehr Platz, wenn Kinder kommen oder man komplett in das Home-Office wechselt. Aber dann auch wieder weniger, sobald der Nachwuchs auszieht oder wieder fix in einem Büro gearbeitet wird. All das hat Auswirkungen auf unseren Wohnraum. Die Anforderungen und der Bedarf ändern sich heute viel schneller als das früher der Fall war. Der Wohnbau jedoch ist heute noch so unflexibel wie vor 100 Jahren. Was einmal gebaut wurde, lässt sich nur schwer verändern. Diese gesellschaftlichen Themenstellungen in Kombination mit den Herausforderungen im Bausektor, wie Facharbeitermangel und steigende Kosten, verlangen nach neuen Lösungen. Kiubo hat die Antwort gefunden – mit dem ersten Gebäude, das sich anpasst. Und Wohnungen, die mit den Bewohnern mitziehen können.

So entstand Kiubo

Bezugnehmend auf Le Corbusier, der 1914 mit seinem Maison Dom-Ino eine Struktur mit offenem Grundriss entwarf, entwickelte sich die Idee in viele Richtungen bis heute weiter. Die ÖWG Wohnbau kombinierte gemeinsam mit dem Grazer Architekturbüro Hofrichter-Ritter historische und gegenwärtige Konzepte und entwickelte das Kiubo-System. Unter dem Titel FLEXLIVING wurde das Konzept erstmals auf der Architekturbiennale 2021 präsentiert. Ein Prototyp wurde von ÖWG Wohnbau in Kooperation mit Hofrichter-Ritter Architekten und Kulmer Holzbau in Pischelsdorf (Steiermark) realisiert und konnte hier von März 2020 bis Sommer 2021 besichtigt werden. Drei Raummodule wurden als eingeschossige Lösung gebaut und bereits erprobt. Heute sind sie Teil des ersten Kiubo-Gebäudes in der Starhemberggasse in Graz. Dieses mehrgeschossige Haus wurde im Rahmen des Wohnbauprogramms der ÖWG Wohnbau ebenfalls nach Entwürfen von Hofrichter-Ritter Architekten und mit Kulmer Holzbau realisiert. Die Fertigstellung und Übergabe dieses ersten Geschosswohnbaus im Kiubo-System an die Bewohnerinnen und Bewohner erfolgte im Oktober 2021. Auf Grund der erfolgreichen Umsetzung dieses Innovationsprojektes entsteht nun zur Realisierung weiterer Projekte das Unternehmen Kiubo GmbH.

Florian Stadtschreiber und Hans Schaffer, beide Geschäftsführer von Kiubo.
Druckfähiger Download Foto: © Lipp Zahnschirm

Was ist Kiubo?

Kiubo bietet nicht nur flexible Raumlösungen, son­dern auch ein modular aufgebautes archi­tek­to­nisches Grund­gerüst – die Kiubo-Terminals, die in Skelettbauweise gefertigt werden. Sie ent­halten die not­wendige Basis­infrastruktur, wie Wasser- und Energie­versorgung, nehmen die Module variabel auf und verbinden sie zu einem Gebäude. Ob Punkthaus, Hofhaus oder L-Haus – mit Kiubo ist alles möglich. Der Terminal kann auch mit geringem Aufwand abgebaut oder durch den Austausch von Modulen umgenutzt werden. 

Durch die Trennung von Roh­- und Aus­bau ent­stehen enorme Vor­teile. Bau, Finan­zierung, Ver­trieb und Nutzung werden so ein­fach wie noch nie. Neben den besser kalkulierbaren Kosten und höherer Bauqualität dank Vorfertigung minimiert sich das Vermarktungsrisiko, da es sogar möglich ist, den Nutzungsmix erst im Zuge des Vertriebs von den zukünftigen Nutzerinnen und Nutzern bestimmen zu lassen. Es kommt zu kür­zeren Bau­zeiten, weniger Bau­stellen­risiken und zu einer Repro­duktion an anderen Stand­orten. Kiubo kann man sowohl mieten als auch im Eigentum erwerben und bietet somit völlige Anpassbarkeit an die sich ändernden Lebensumstände. 

Und so sieht es im Inneren aus

Vervollständigt wird das Gebäudesystem durch die vorgefertigten Raumeinheiten aus Holz in Form einzelner Module. Jede Einheit startet mit einem Basismodul in der Größe von 25 Quadratmetern. Dieses Modul ist eine autarke Wohneinheit, die mit einem Bad, einer Küche sowie einem Schlaf- und Aufenthaltsbereich ausgestattet ist. Sie hat alles, was man zum Leben benötigt und kann jederzeit um Zusatzmodule, die wieder jeweils 25 Quadratmeter groß sind, erweitert werden. Die Strom- und Sanitäranschlüsse der Module werden im Plug-&-Play-Prinzip mit dem Terminal verbunden. So kann alles bereits nach wenigen Stunden genutzt werden. Die Module können Wohn-, Arbeitsraum, Betreuungseinrichtung, Kultur- oder Gastronomieraum sein. Zusätzlich gibt es ein barrierefreies Modul. Sollten sich die Lebensumstände ändern und die Mobilität eingeschränkt sein, kann das bestehende Modul durch ein barrierefreies Modul getauscht werden. Durch die hohe Standardisierung und das einfache Anschlussprinzip können die Module jederzeit in einem anderen Terminal oder auch als freistehendes Element eingesetzt werden. Das ermöglicht die Zusammenstellung unterschiedlicher Belegzustände in den Gebäudestrukturen, welche auf die Lebensbiografien der Bewohnerinnen und Bewohner, das Umfeld und den Markt reagieren können. Auch Freiräume und Gemeinschaftsflächen sind individuell planbar.

„Neben allen Vorteilen der seriellen Fertigung ermöglicht die neue Flexibilität im Wohnungs- und Nutzungsmix, dass Immobilien nie am Markt vorbei gebaut werden, sondern sich mit diesem weiterentwickeln. Den Ideen sind bei uns keine Grenzen gesetzt. Platz hat, was gebraucht wird. Durch den modularen Ansatz fügen sich die Kiubo-Termi­nals zu jeder Zeit, an jedem Ort, in jede Umgebung und jeden Grundriss ein. Kiubo ist eine neue Immobilienform, die Individualität, variable Nutzung und Nachnutzung in einem System vereint“, so Florian Stadtschreiber, Geschäftsführer von Kiubo.

„Das Kiubo-System hybridisiert die Raumproduktion, rechtliche Verhältnisse und Lebensstile. Die Produktion von Wohnraum erhält hiermit mannigfache Möglichkeiten und Impulse. Kiubo revolutioniert den modernen Städtebau“, ergänzt Hans Schaffer, Geschäftsführer von Kiubo.

„Das Kiubo-System versteht sich als Plattform für eine neue Art des Bauens. Schlichte additive Systeme bis hin zur Entfaltung von komplexen räumlichen Gestaltungen werden möglich und lassen eine über 100 Jahre alte Architekturvision real werden“, erläutert Gernot Ritter, Architekt und Mitentwickler des Kiubo-Konzeptes. 

So sieht Kiubo im Inneren aus.
Druckfähiger Download Foto: © Schiffer Photodesign

Details zum Wohnprojekt Starhemberggasse:
Starhemberggasse 2, 8020 Graz
Wohnbau mit 33 Modulen verbaut in 19 freifinanzierten Mietwohnungen und einer Gewerbefläche
Bauherr: ÖWG Wohnbau / Kiubo GmbH
Architekturbüro: HOFRICHTER-RITTER Architekten
Beteiligte Unternehmen: ÖWG Wohnbau / Kiubo GmbH, HOFRICHTER-RITTER Architekten, Kulmer Holzbau

Über Kiubo
Bezugnehmend auf Le Corbusier mit seinem Maison Dom-Ino und weiteren Ansätzen vieler Architekten und Architektinnen entwickelte die ÖWG Wohnbau gemeinsam mit dem Grazer Architekturbüro Hofrichter-Ritter das Kiubo-System. Unter dem Titel Flexiliving wurde das Konzept erstmals auf der Architekturbiennale 2021 präsentiert. Ein Prototyp wurde von ÖWG Wohnbau in Kooperation mit Hofrichter-Ritter Architekten und Kulmer Holzbau wurde in Pischelsdorf (Steiermark) realisiert, der heute Teil des mehrgeschossigen Kiubo-Hauses in der Starhemberggasse in Graz ist. Die Fertigstellung und Übergabe dieses ersten Geschosswohnbaus im Kiubo-System an die Bewohnerinnen und Bewohner erfolgte im Oktober 2021. Auf Grund der erfolgreichen Umsetzung dieses Innovationsprojektes wurde 2022 zur Realisierung weiterer Projekte das Unternehmen Kiubo GmbH gegründet.

Mehr unter www.kiubo.eu

Pressekontakt Kiubo
Dr. Alexandra Vasak, Reiter PR
Praterstraße 1 | weXelerate Space 12 | 1020 Wien
T: +43 699 120 895 59
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