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Heizma

  • Förderpause lässt Nachfrage nach Gasheizungen steigen: Heizma-Chef Michael Kowatschew warnt vor fossilem Rückschritt im Herbst.

  • Das Kesseltausch-Budget 2026 ist nach sechseinhalb Monaten aufgebraucht, das Folgeprogramm startet wohl erst 2027. Der Wärmepumpen-Installateur Heizma fordert einen rückwirkenden Stichtag – andernfalls droht die Förderlücke die Nachfrage nach Gasheizungen anzukurbeln.

Wien, am 13. Juli 2026 – Während der europäische Wärmepumpenmarkt 2025 um elf Prozent zulegte, ging der Absatz in Österreich um rund 22 Prozent zurück – und fossile Gas- und Ölheizungen gewannen wieder an Boden. Der Grund dafür liegt aus Sicht des Installateurs Heizma nicht in der Technik, sondern in der Förderpolitik. Aktueller Hintergrund: Das Budget für den Kesseltausch (Sanierungsoffensive 2026) ist seit Freitag, dem 10. Juli, aufgebraucht. Das Folgeprogramm startet erst 2027.

„Wem im September der Kessel eingeht, der baut ohne Übergangsregelung eher eine Gasheizung ein – für die nächsten zwanzig Jahre. Dann hätte die fehlende Förderung sogar einen Negativeffekt“, sagt Michael Kowatschew, Mitgründer und Geschäftsführer von Heizma. Das Unternehmen fordert deshalb einen rückwirkenden Stichtag im Programm 2027 – konkret ab dem 1. September 2026, damit die Nachfrage nach Wärmepumpe stabil bleiben kann und Gas nicht indirekt und unbeabsichtigt gefördert wird.

Dass das möglich ist, zeigt das vergangene Programm: Da waren Leistungen bereits ab dem 3. Oktober 2025 förderfähig, obwohl die Registrierung erst Ende November startete. „Diese Regelung braucht es 2027 wieder. Sonst wartet niemand mit kaputter Heizung monatelang auf das nächste Programm – man entscheidet sich für Gas“, so Kowatschew.

Getrennte Töpfe sind ein Fortschritt

Nicht alles läuft in die falsche Richtung. Für 2027 sind die Budgets erstmals getrennt: 179 Millionen Euro für den Kesseltausch, 181 Millionen Euro für die Sanierung. Aus Branchensicht ist das eine echte Verbesserung, weil der Kesseltausch-Topf nicht länger von der Sanierungsförderung aufgezehrt werden kann. „Genau das ist im Jänner passiert – der Kesseltausch wurde vom Sanierungsbonus leergeräumt. Künftig kann das nicht mehr geschehen“, sagt Kowatschew. Das eigentliche Problem liegt ohnehin woanders: beim jährlichen Systemwechsel.

Sechs Jahre, sechs verschiedene Systeme

Installationsbetriebe können ihre Kapazitäten nicht im Takt der Förderpolitik hoch- und runterfahren. Einen Monteur zu finden, einzustellen und auszubilden dauert Monate. Kommt die Nachfrage in Wellen, verlieren die Betriebe in der Flaute jene Fachkräfte, die ihnen im nächsten Aufschwung fehlen – und das treibt am Ende den Preis in die Höhe.

„Bald gibt es sechs Jahre in Folge jedes Jahr ein anderes Fördersystem. Das muss aufhören. Nur mit Kontinuität können Betriebe sich spezialisieren und zu konstanten Preisen anbieten – sonst sind die Konsumentinnen und Konsumenten schlicht verunsichert“, betont Kowatschew.

Die geplante Absenkung des Fördersatzes auf 20 Prozent ab 2027 trägt das Unternehmen ausdrücklich mit. „Der Schritt auf 20 Prozent ist sinnvoll, weil das Budget dann länger reicht und Kontinuität schafft. Wenn der Staatshaushalt knapp ist, dann müssen wir alle beitragen. Im Betrieb rechnet sich die Wärmepumpe längst – die Förderung muss nur die Anfangsinvestition planbar machen“, ist sich Kowatschew sicher. Ein niedrigerer, aber verlässlicher Fördersatz sei mehr wert als ein hoher, der nach wenigen Monaten ausläuft.

Drei Punkte an die Politik

Erstens die Übergangsregelung: Das Programm 2027 braucht einen rückwirkenden Stichtag ab dem 1. September 2026 – so, wie es das aktuelle Programm mit dem 3. Oktober 2025 vorgemacht hat.

Zweitens die Kontinuität: ein System, das länger hält als ein Jahr. Die Absenkung auf 20 Prozent ist dafür der richtige Weg, solange sie Verlässlichkeit bringt.

Drittens die Transparenz: Sinkende Fördersätze sind kein Problem, solange sie angekündigt kommen – und nicht über abrupte Budgetstopps.

Den bürokratischen Aufwand nimmt Heizma seinen Kundinnen und Kunden auch in Zukunft vollständig ab. „Wir haben dafür eine eigene Förderabteilung aufgebaut. Nötig sein sollte das eigentlich nicht – eine einfache Umsatzsteuerbefreiung wäre die deutlich schlankere Lösung“, ist Kowatschew überzeugt.

Eine Frage der Souveränität

Im Kundengespräch verschieben sich längst die Kaufkriterien: Unabhängigkeit von Energieimporten und niedrige Betriebskosten zählen heute mehr als die reine Förderhöhe. Für Kowatschew ist die Wärmewende im Heizungskeller deshalb vor allem eine Frage der Souveränität.

„Jede Gasheizung, die heute eingebaut wird, bedeutet zwei Jahrzehnte Abhängigkeit von Energieimporten. Die Technologie ist ausgereift, die Wirtschaftlichkeit gegeben, die Installationsbetriebe stehen bereit. Was fehlt, ist einzig Verlässlichkeit bei den Rahmenbedingungen. Liefert die Politik die, braucht diese Branche mittelfristig gar keine Förderung mehr – und genau das sollte das gemeinsame Ziel sein.“

Bildtext: Heizma-Mitgründer Michael Kowatschew: „Jede neue Gasheizung bedeutet zwanzig Jahre Abhängigkeit von Energieimporten.“

Über Heizma

Heizma ist Komplettanbieter für den Energieumstieg im Einfamilienhaus und nach eigenen Angaben Österreichs führender Anbieter für Wärmepumpen-Installationen. Das Unternehmen plant und installiert Wärmepumpen, Photovoltaik-Anlagen, Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme aus einer Hand – mit einem durchgehend digitalisierten Prozess von der Erstberatung über die Förderabwicklung bis zur Inbetriebnahme. Heizma wurde Anfang 2024 gegründet und beschäftigt heute rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei einem Umsatz von rund 20 Millionen Euro (2026).