Stadtteilfest Reininghaus 2026: Ein Stadtteil feierte das Miteinander
Graz, 7. Juli 2026 – Das Stadtteilfest Reininghaus am 3. Juli galt auch im zweiten Jahr seines Bestehens den Bewohner:innen, Initiativen und Unternehmen vor Ort. Von den Morgenstunden bis in die Nacht hinein wurde gemeinsam gesungen, getanzt, gespielt, diskutiert, gegessen und gefeiert. Das vielfältige Programm zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das Miteinander in Reininghaus bereits heute ist und welches Potenzial in gemeinschaftlich gestalteten Stadtteilen steckt. Hauptsponsor des Fests war der Verein Stadtteil Graz Reininghaus, organisiert wurde es vom Stadtteilmanagement Reininghaus.
Den Auftakt bildete der Flashmob des Superar Kinderchors mit 200 Kindern, der den öffentlichen Raum mit Musik erfüllte und das Publikum begeisterte. Die Kinder genossen als Erste erfrischendes SAX-Eis von der neu eröffneten Eisdiele am Kiosk in Reininghaus, gesponsert von der Sparkasse-Filiale vor Ort. Hinter der Marke SAXEIS, dem wohl „sozialsten“ Eis im Lande, steckt die gemeinnützigen Organisation SASt Soziale Arbeit Steiermark in Graz. Das Eis wird in einem lokalen Projektbetrieb produziert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligten Frauen neue Perspektiven und faire Arbeitsbedingungen zu bieten. Die Eisdiele setzt auf Regionalität (Bio-Mantschamilch), Sortenvielfalt und außergewöhnliches Service. Die Eröffnung erfolgte mit dem Stadtteilfest am 3. Juli. Künftig wird die „Eisfee“ unter der Leitung von Natascha Weißenbacher wochentags von 6 Uhr bis 20 Uhr (Sa, So ab 10 Uhr) Kaffee, Snacks, Eis und andere Erfrischungen anbieten.
Das Fest war eine Schau der Initiativen und Unternehmen des Stadtteils, wie dem Reininghauschor, SPAR (gratis Kaffeeaktion), dem Bauermarkt, LebensGroß und dem frisch geründeten Kochclub des Stadtteilmanagements, der an der Langen Tafel zum Platznehmen aufrief. Zum „Ökologisches Ausprobieren“ mit Materialien wie Algen und Lehm lud die Steirische Kulturinitiative Klein und Groß in die temporäre Galerie im mirror im Rahmen der aktuellen Ausstellung (noch bis 10. Juli).
„Die Organisation LebensGroß steht für Inklusion. Das bedeutet für uns mehr als Teilhabe, es bedeutet Beteiligung. (…). Das leben wir in unseren Einrichtungen jeden Tag und deshalb sind wir natürlich auch beim Reininghausfest dabei“, so die Leiterin des Standortes in Reininghaus.
„Seitdem wir hier in Reininghaus die Filiale eröffnet haben, hat sich einiges getan. Ich wohne selbst gegenüber und schätze die freundliche Grundstimmung. Mir fällt auf, dass sehr viele Familien, junge Personen zu uns in die Filiale kommen. In Summe sind es rund 2.000 Menschen jeden Tag. Ich selbst nutze das Angebot des Bezirkssportplatzes. Was uns noch fehlt? Nachdem wir zwei Primärversorgungszentren haben, wäre eine Apotheke wichtig“, so Sebecic, Leiter der SPAR-Filiale in Reininghaus.
Beim Baustellenschaun informierten sich Interessierte über die nächsten Baufortschritte in Reininghaus. In Gespräch mit den Besucher:innen bestätigen sich die Ergebnisse der erst kürzlich durchgeführten Umfrage: „Wir leben seit drei Jahren hier; uns gefällt es. Der kleine SPAR ist uns sogar lieber, da findet man schnell, was man braucht. In Reininghaus ist es grün und wir sind gleich am Bahnhof.“ Das Paar stammt ursprünglich aus Vorarlberg und ist ihrem Sohn nach Reininghaus gefolgt. Die Sorge, dass dem im Q1 wohnenden Paar nach Bau des Q2 die schöne Sicht im wahrsten Sinne „verbaut“ werde, konnte beim Baustellenschaun ausgeräumt werden.
DI Andreas Mairitsch (K100 Projektmanagement und Beteiligungs GmbH) erklärte anhand des Models des Quartier 2 die nächsten konkreten Schritte wie die temporäre Poststation im Herbst 2026 und sprach von der Realisierung des ersten Abschnitts des Quartieres mit dem markanten Turm von 75 m Höhe, Skybar und Erwin-Wurm-Kunstwerk in zwei bis drei Jahren ab Baubeginn. Der Fokus liegt auf Büroflächen, 400 zusätzlichen Tiefgaragenparkplätze und Gewerbe; ein großflächiger Eurospar sei einer der Ankermieter. In der Info-Box an der Alten Poststraße/Kratkystraße 2 befindet sich das Model des zukünftigen Q2 und ein Infoscreen mit allen aktuellen Informationen. Am Gelände befindet sich auch ein temporärer Parkplatz für Besucher:innen.
DI Anna-Maria Tax (Projektentwicklerin der ÖSW Wohnbauträger GmbH) führte durch das Quartier 17. 2027 erfolgt die Übergabe des Lichtquartiers LUMINA (zwei Baukörper mit 58 freifinanzierten Eigentumswohnungen, von 55 bis 90 m², alle mit Balkon, Terrasse oder Eigengarten) und LUMA (acht Wohngebäude mit 277 freifinanzierten Mietwohnungen von 35 bis 106 m²; Balkon, Terrasse, oder Dachgärten). Das Lichtquartier wird oberirdisch autofrei, der zentral gelegene Quartierspark bildet das grüne Herzstück. LUMA wird in kerngedämmter Ziegelmassivbauweise umgesetzt und gilt als eines der aktuell größten Ziegelbauprojekte Österreichs.
Ing. Bettina Thaller (ÖWG Wohnbau) führte bis in den 5. Stock des Bauprojekts LIVORO im Quartier 6a Nord; Livoro ist ein Wortspiel, das die Funktionen wohnen (lavoro) und leben (living) zum Ausdruck bringt, umfasst 146 Wohneinheiten und 25 Gewerbeeinheiten direkt am Reininghauspark (Miete und Eigentum). „Wohnen am Park“ setzt auf urbanen Charakter, d.h. eine differenzierte Gebäudestruktur, großzügige Freiräume und starken Grünraumbezug.
Mag. Alexander Daum (Wohnbaugruppe ENNSTAL) führte durch das Quartier 1 und gab Ausblicke auf das neueste schiffartige Wohnbauprojekt DECK04 geplant von Atelier Pucher mit 78 Wohnungen in Niedrigenergiebauweise (2-4-Zimmerwohnungen gefördert, Miete mit Kaufoption). Das Besondere sind die großzügigen Split-Level-Einheiten im Erdgeschoss mit 76 m2 bis 118 m2, wo Gewerbefläche und Wohnen in einem angeboten wird. So soll Richtung Alte Poststraße eine Art „Bazar“-Situation mit Gewerbe- bzw. Handwerksbetrieben entstehen. Neben dem Zukunftsbild von Wohnen und Arbeiten in einer Einheit, wird auch Betreutes Wohnen mitgeplant. Die Übergabe soll 2027 stattfinden.
Das Fest war eine offene Plattform für alle Generationen, das zeigte nicht nur der Auftritt des Reininghauschors an der Stadtterrasse, sondern auch die Zusammensetzung der helfenden Hände beim Kochclub, der selbst gemachte Teigtaschen ausgab. Dass Tanzen keine Frage des Alters ist, bewiesen eindrucksvoll die Tänzerinnen des Flamenco-Tanzstudios Las Hermanas.
Wer etwas über die Geschichte Reininghaus wissen und über Bildmaterial vergangener Zeiten staunen wollte, war beim mobilen Stand der Topothek des GrazMuseums richtig. Antonia Nussmüller tauschte sich mit Bewohner:innen über ihre Erfahrungen im Stadtteil aus. Am 7. Oktober eröffnet die Ausstellung zum Stadtteil Reininghaus: Wer mit seinen Erzählungen über oder Objekten zum Stadtteil Teil der Ausstellung sein will, kann sich gern melden unter topothek@stadt.graz.at
Den stimmungsvollen Abschluss bildete das Konzertprogramm auf der Parkbühne mit der lokalen Psychedelic Rock/Grunge Band Magogo, der beliebten Austro-Pop-Cover Young Austrian Band und Toni Talwärts.
Ein Fest von vielen für viele
Als Hauptsponsor des Stadtteilfestes hat der Verein Stadtteil Graz Reininghaus die Durchführung des Festes ermöglicht und damit ein starkes Zeichen für den Stellenwert von Nachbarschaft, Kultur und gemeinschaftlichem Leben gesetzt. „Gerade in einer Zeit, in der öffentliche Budgets für Kultur- und Stadtteilarbeit gekürzt werden und gespart werden muss, gewinnen Initiativen und engagierte Trägerorganisationen zunehmend an Bedeutung. Daher freuen wir uns, dass wir als Verein Stadtteil Graz Reininghaus dieses Fest ermöglichen konnten“, so Mag. Alexander Daum, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ENW.
Der Verein Stadtteil Graz Reininghaus verfolgt seit seiner Gründung das Ziel, die Entwicklung des neuen Stadtteils nicht nur baulich, sondern auch gesellschaftlich zu begleiten. Kultur, Nachbarschaft und Beteiligung sind dabei zentrale Bausteine einer nachhaltigen Stadtentwicklung. Das Stadtteilfest ist ein sichtbares Beispiel dafür, wie aus der Zusammenarbeit vieler Akteur:innen Räume entstehen, an denen Menschen miteinander in Kontakt kommen und gemeinsam feiern. Die große Resonanz auf das diesjährige Stadtteilfest bestätigt diesen Weg eindrucksvoll. Die hohe Besucher:innenanzahl, die positive Stimmung und das breite Engagement aller Beteiligten machen deutlich, dass Formate dieser Art einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben leisten.
„Das Stadtteilfest hat einmal mehr gezeigt, wie viel Dynamik und Zusammenhalt bereits in Reininghaus entstanden sind. Veranstaltungsformate wie das Stadtteilfest, der temporäre Ausstellungsraum im Erdgeschoss des Mirror oder Jugendtheater-Formate wie der interaktive Audiowalk durch Reininghaus sind dabei Motoren der Stadtentwicklung und bringen Menschen zusammen und zeigt, wie wichtig Kultur für ein lebendiges Miteinander ist“, ergänzt Ing. Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG Wohnbau.
„Der Stadtteil wächst und wird mit jede:r Bewohner:in und jedem neuen Unternehmen lebendiger. Der Verein bringt Menschen und Initiativen zusammen und ermöglicht viel. In den letzten Jahren ist hier bereits sehr viel gelungen. Gemeinsam mit dem Stadtteilmanagement und den neuen, sich formierenden Bewohner:inneninitiativen entwickelt sich hier gerade sehr viel Spannendes. Das Stadtteilfest hat genau das zum Ausdruck gebracht“, so DI Birgit Leinich, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖSW.
Das Programm gestalteten: Stadtteilmanagement Reininghaus, die Bauträger ÖSW, K100, ÖWG Wohnbau und ENW, Spar, topothek Graz Museum, SASt Steiermark, TIM, SUPERAR Kinderchor, Kochklub Reininghaus, Reininghauschor, Eule Bier, Theater am Ortweinplatz, Las Hermanas, Reininghaus Bauern, Steirische Kulturinitiative, LebensGroß, Steiermärkische Sparkasse, der Verein Stadtteil Graz Reininghaus und die Bewohner:innen aus Reininghaus.
Bildtext: Das war das Stadtteilfest 2026 in Reininghaus.
Fotocredit: © Förderverein Stadtteil Reininghaus, Foto: Daniel Kindler
Über den Verein Stadtteil Graz Reininghaus
Der gemeinnützige Verein Stadtteil Graz Reininghaus wurde im Juni 2023 aus dem Zusammenschluss von 17 Bauträger:innen gegründet, die gemeinsam mit der Stadt Graz die Vision eines neuen Stadtteils in Reininghaus verwirklichen, mit dem Ziel, gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen vor Ort den Stadtteil aktiv zu gestalten und so einen lebendigen, nutzungsdurchmischten und mitgestalteten Stadtteil zu schaffen. Der Verein befasst sich unter anderem mit Themen wie der Vision Reininghaus, der Belebung der Sockelzonen, Mobilitätsmanagement, Baulogistik, Gemeinschaftseinrichtungen, Marketing und ermöglicht Kulturveranstaltungen. Das notwendige Budget wird anteilig von den beteiligten Unternehmen getragen. Neben den Bauträger:innen zählen mittlerweile Unternehmen, soziale Einrichtungen sowie Institutionen aus dem Kunst- und Kulturbereich zu den Mitgliedern.
Mehr unter: https://reininghausgründe.at/verein/