Studie von Sage und internationaler Handelskammer: KMU wollen nachhaltiger wirtschaften, aber mangelnde Digitalisierung blockiert Zugang zu Finanzmitteln.
Studie von Sage und internationaler Handelskammer belegt Defizite und definiert Lösungen
KMU wollen nachhaltiger wirtschaften, aber mangelnde Digitalisierung blockiert Zugang zu Finanzmitteln
70 Prozent der KMU weltweit stufen Nachhaltigkeit als „zentral“ oder „wichtig“ für ihre Geschäftsaktivitäten ein; 36 Prozent verfügen über einen formalen Nachhaltigkeitsplan; 30 Prozent (2024: 24 Prozent) veröffentlichen Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit.
Allerdings erschwert ein geringer Digitalisierungsgrad bei KMU oftmals den Zugang zu Finanzmitteln. Nur 8 Prozent der KMU nutzen spezialisierte Software für ihre Nachhaltigkeitsberichte.
Sage und ICC schlagen fünf Maßnahmen vor, um KMU nachhaltigeres Wirtschaften zu ermöglichen.
Wien, 15. Januar 2026 – KMU werden durch einen beschränkten Zugang zu Finanzmitteln daran gehindert, nachhaltiger zu wirtschaften. Ein wesentlicher Grund für diesen Finanzierungsengpass ist der niedrige Digitalisierungsgrad. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „SME Climate Finance Stocktake: Turning Ambition into Action“, die 2025 von der internationalen Handelskammer (International Chamber of Commerce: ICC) und Sage durchgeführt wurde, einem führenden Anbieter von KMU-Software. Sage und die ICC haben fünf Maßnahmen identifiziert, um KMU nachhaltigeres Wirtschaften zu ermöglichen.
Die Studie hat das Ziel, die wachsenden Nachhaltigkeitsambitionen von kleinen und mittleren Unternehmen systematisch mit ihrem tatsächlichen Zugang zur Finanzierung von Nachhaltigkeitsinitiativen abzugleichen. Sie identifiziert die zentralen Hindernisse auf dem Weg von KMU zu mehr Nachhaltigkeit und zeigt konkrete, praxistaugliche Lösungen auf, um diese Hindernisse zu beseitigen.
Es herrscht Kein Mangel an Engagement
KMU sind in besonderem Maße von den Folgen des Klimawandels betroffen. Steigende Energiekosten, unterbrochene Lieferketten oder extreme Wetterereignisse treffen kleinere Unternehmen besonders hart, weil sie über geringere finanzielle und organisatorische Puffer verfügen. Gleichzeitig ist es unmöglich, das Ziel der Klimaneutralität ohne ihre aktive Beteiligung zu erreichen.
Und KMU werden sich dieser Rolle zunehmend bewusst:
70 Prozent der Studienteilnehmer weltweit stufen Nachhaltigkeit als „zentral“ oder „wichtig“ für ihre Geschäftsaktivitäten ein (2024: 67 Prozent).
36 Prozent verfügen über einen formalen Nachhaltigkeitsplan (2024: 31 Prozent).
30 Prozent veröffentlichen Informationen zu ihrer Nachhaltigkeit (2024: 24 Prozent). Aber nur 8 Prozent nutzen spezialisierte Software für formale Nachhaltigkeitsberichte.
Von einer echten Transformation des Wirtschaftens kann noch nicht gesprochen werden. Erste Schritte haben KMU aber schon in drei Bereichen unternommen:
58 Prozent haben Maßnahmen zur Energieeffizienz getroffen (2024: 53 Prozent).
53 Prozent haben begonnen, ihren Abfall zu reduzieren oder Recycling zu fördern (2024: 50 Prozent).
32 Prozent setzen erneuerbare Energien für ihren Betrieb ein (2024: 30 Prozent).
Trotz wachsenden Bewusstseins für die Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens kommen KMU aktuell nicht über erste Schritte hinaus.
Das Kernproblem ist die Finanzierung
In allen untersuchten Märkten fällt es kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) schwer, das notwendige Kapital zu beschaffen, um ihre Nachhaltigkeitsinitiativen zu skalieren. Einige mittelgroße Unternehmen – insbesondere in der Fertigungs- und Transportbranche – haben jedoch einen Durchbruch erzielt: Sie erhalten 4,1-mal häufiger Zugang zu nachhaltiger Finanzierung als kleinere Unternehmen. Für die Mehrheit der KMU bleibt die Kapitalbeschaffung dennoch eine große Hürde.
Ein wesentlicher Grund für diese Unterschiede liegt im Zugang zu KI-gestützten und digitalen Tools. Unternehmen, die digitale Buchhaltung, elektronische Rechnungsstellung und KI-Lösungen zur Überwachung ihres CO₂-Fußabdrucks einsetzen, legen deutlich häufiger Nachhaltigkeitsberichte vor – ein entscheidender Faktor, der ihnen den Zugang zu Finanzmitteln erleichtert. Fehlt diese digitale Basis, bleiben potenzielle Investitionen in Milliardenhöhe weiterhin ungenutzt.
„Die Studie zeigt klar, dass kleine und mittlere Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit ernst nehmen und bereits konkrete Initiativen zur Optimierung ihrer Geschäftsprozesse angestoßen haben“, sagt Alexander Trautmann, Director of Product Engineering bei Sage. „Gleichzeitig wird jedoch erneut deutlich, dass ein unzureichender Digitalisierungsgrad die Umsetzung in die Praxis erschwert. Ohne geeignete Softwarelösungen bleibt es für KMU schwierig, Zugang zu den erforderlichen Finanzmitteln zu erhalten. KI sollte von Grund auf in diese Lösungen integriert sein, damit sie Zugriff auf alle relevanten Daten erhält und Prozesse anstoßen sowie kontrollieren kann“
Fünf Maßnahmen, um die Situation von KMU zu verbessern:
Einführung benutzerfreundlicher und einheitlicher Berichtsstandards
Regierungen und internationale Standardisierungsgremien sollten leicht verständliche, harmonisierte Nachhaltigkeitsstandards entwickeln. KMU benötigen vereinfachte Regeln mit klaren Begriffen, präzisen Leitlinien und gebrauchsfertigen Vorlagen. Eine Orientierung an den Minimalanforderungen des Voluntary Sustainability Reporting Standard for Non-Listed Small and Medium Sized Enterprises (VSME) sowie des International Sustainability Standards Board (ISSB) bietet sich an. Einheitliche Anforderungen und Terminologien ermöglichen es KMU, ihre Daten einmal zu erfassen und anschließend mehrfach für Banken, Kunden und Aufsichtsbehörden zu nutzen.Aufbau eines tragfähigen Ökosystems für Nachhaltigkeitsberichterstattung
Regierungen und ihre Entwicklungspartner sollten steuerliche Anreize, gemeinsame digitale Tools und gezielten Kompetenzaufbau bereitstellen. Zudem gilt es, die wirtschaftlichen Vorteile der Nachhaltigkeitsberichterstattung – etwa besseren Marktzugang, erleichterte Finanzierung und geringere Kosten – stärker zu vermitteln und durch Förderprogramme zu flankieren. Finanzinstitute und Technologieunternehmen sind gefordert, erschwingliche Lösungen zu entwickeln und KI so einzusetzen, dass Berichterstattung effizienter und weniger ressourcenintensiv wird.Förderung digitaler Innovationen und KI-gestützter Reporting-Lösungen
Durch eine enge Zusammenarbeit von Regierungen und Technologieunternehmen sollten digitale Anwendungen und KI-Tools vorangetrieben werden, die Datenerfassung und Berichterstattung weitgehend automatisieren. KMU benötigen kostengünstige Lösungen, die Buchhaltung, E-Rechnungen und Energiedaten verknüpfen und die relevanten Felder für Finanzinstitute automatisch ausfüllen. System-zu-System-Integrationen können darüber hinaus aus den gesammelten Daten konkrete Handlungsempfehlungen und passgenaue Finanzierungsoptionen ableiten.Standardisierung von Datenanforderungen über Ländergrenzen hinweg
Regierungen, Finanzinstitute und große Unternehmen sollten eine Vorreiterrolle einnehmen, indem sie Datenanforderungen national wie international harmonisieren. Einheitliche Standards reduzieren den Aufwand für KMU erheblich und erleichtern die Nutzung eines einmal erstellten Nachhaltigkeitsberichts für unterschiedliche Anfragen.Erweiterung nachhaltigkeitsbezogener Finanz- und Unterstützungsangebote
Banken und öffentliche Finanzdienstleister sollten ihr Portfolio an nachhaltigkeitsorientierten Produkten deutlich ausbauen. Dazu gehören Kredite für Transformations- und Nachhaltigkeitsprojekte, Übergangskredite und grünes Leasing. Ergänzend sind Workshops, Schulungen und individuelle Beratungsangebote erforderlich, damit aus Plänen konkrete Projekte werden können.
Methode der Studie
Die ICC und Sage haben insgesamt 8.250 KMU in 17 Märkten online befragt. Aus Europa sind Deutschland, Frankreich, Polen, Spanien und das Vereinigte Königreich vertreten.
Die vollständige Studie kann hier heruntergeladen werden: https://www.sage.com/de-de/news/studien-und-trends/
Bildrechte: Sage
Über Sage
Sage hat es sich zur Aufgabe gemacht, Barrieren abzubauen, damit jeder, insbesondere in herausfordernden Zeiten, erfolgreich sein kann. Dies gilt vor allem für die Millionen kleiner und mittlerer Unternehmen, die von Sage und seinen Partnern betreut werden.
Kunden vertrauen auf die IT-Systeme des Unternehmens, die für mehr Transparenz sowie flexiblere und effizientere Abläufe in den Bereichen Buchhaltung, Unternehmens- und Personalmanagement sorgen. Durch die Digitalisierung von Geschäftsprozessen sowie von Beziehungen zu Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern, Banken und Behörden bringt unser digitales Netzwerk kleine und mittlere Betriebe näher zusammen. Unternehmen kommen damit auch schneller an relevante Informationen und können Geschäftsabläufe reibungsloser gestalten.
Barrieren abzubauen, bedeutet für Sage auch, dass das Unternehmen eigene Ressourcen wie Zeit, Technologie und Erfahrung nutzt, um digitale wie wirtschaftliche Ungleichheit sowie die Klimakrise zu bekämpfen.
Für weitere Informationen besuchen Sie unsere Website: www.sage.com
Pressekontakt
Sage GmbH, Daniel Abel, Tel.: +49 1515 3305 023
E-Mail: presse@sage.com
Reiter, Karin Brandner, Tel.: +43 677 623 050 08
E-Mail: karin.brandner@reiterpr.com
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