Shopfully-Studie: Deutliche Gender-Unterschiede rund um die Teuerung
Wien, 18. März 2026 – Wenn es um den täglichen Einkauf geht, sind es häufig Frauen, die planen, vergleichen und entscheiden. So nehmen Frauen und Männer auch die Preisbelastungen unterschiedlich wahr. Eine repräsentative Studie von Shopfully, Europas führendem Netzwerk für digitales Handelsmarketing, in Zusammenarbeit mit marketagent zeigt, dass es beim Einkaufsverhalten rund um die Inflation deutlich erkennbare geschlechtsspezifische Unterschiede gibt.
Die Inflation ist laut einer Schnellschätzung der Statistik Austria in Österreich im Jänner deutlich gesunken: auf 2,0 Prozent nach 3,8 Prozent im Vormonat, was vor allem auf statistische Effekte und fallende Energiepreise zurückzuführen ist. Neben sinkenden Energiepreisen trug dazu auch eine planmäßige Aktualisierung des sogenannten Warenkorbs bei. Dieser fiktive Einkaufskorb der Statistik Austria enthält mehr als 700 repräsentative Güter und Dienstleistungen und ist das zentrale Instrument, um die allgemeine Preisentwicklung für Konsumenten zu messen und die offizielle Teuerungsrate zu berechnen. Im Februar ist die Inflationsrate bereits wieder leicht gestiegen. Durch die geopolitische Lage wird mit einem weiteren Anstieg gerechnet.
Unabhängig der jüngsten Entwicklungen bleibt das Preisniveau in Österreich weiterhin hoch.
In der Wahrnehmung der Belastung als auch im konkreten Einkaufsverhalten zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Während fast 64 Prozent der Männer die Auswirkungen der Inflation als stark bzw. sehr stark bezeichnen, liegt dieser Wert bei Frauen mit fast 70 Prozent signifikant höher. Besonders auffällig ist der Anteil jener, die die Auswirkungen als sehr stark empfinden: 38 Prozent der Frauen geben dies an, bei Männern sind es nur 27 Prozent. Männer geben hingegen doppelt so häufig an, dass Preissteigerungen sie nur gering oder gar nicht betreffen (7 gegenüber 3 Prozent bei Frauen). Die Ergebnisse basieren auf einer im Herbst 2025 durchgeführten, repräsentativen Studie.
Unterschiede im Konsumverhalten
Diese unterschiedliche Wahrnehmung spiegelt sich auch im konkreten Konsumverhalten wider. Frauen reagieren daher konsequenter mit aktiven Sparmaßnahmen. 64 Prozent nutzen häufiger Rabatte oder Sonderangebote, bei Männern liegt dieser Wert lediglich bei 51 Prozent. Auch beim Wechsel zu günstigeren Eigenmarken zeigt sich ein klarer Unterschied: 42 Prozent der Frauen greifen vermehrt zu diesen, während dies nur 30 Prozent der Männer tun. Ebenso kaufen 42 Prozent der Frauen teurere Produkte fast ausschließlich im Angebot, bei Männern sind es ebenfalls nur 30 Prozent.
Wo die Teuerung besonders spürbar ist
Besonders stark spürbar sind Preissteigerungen im Bereich Lebensmittel und Getränke. 82 Prozent nennen diesen Bereich als größte Belastung. Auch hier liegt der Anteil bei Frauen mit 85 Prozent deutlich über jenem der Männer (78 Prozent). Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten: 33 Prozent der Frauen empfinden hier eine starke Belastung, während dies nur 22 Prozent der Herren angeben. Männer wiederum nennen hier häufiger Elektronikprodukte (M: 11 vs. F: 5 Prozent) sowie Sportartikel (M: 7 vs. F: 3 Prozent). Frauen hingegen berichten deutlich öfter von Belastungen bei Kleidung und Schuhen (F: 20 vs. M: 13 Prozent).
Hier sparen Männer mehr
Frauen schränken sich aufgrund der Preissteigerungen deutlich mehr ein als Männer. In fast allen Kategorien liegt der Wert bei den Frauen über jenem der Männer – mit Ausnahme von Technik und Elektronik (je 30 Prozent), alkoholischen Getränken (je 20 Prozent), Kaffee (M: 18, F: 17 Prozent) oder Speiseöl (M: 10, F: 8 Prozent). Auch auf Obst und Gemüse verzichten Männer (14 Prozent) lieber als Frauen (12 Prozent). Dementsprechend geben Männer auch häufiger an, sich in keiner Produktkategorie einzuschränken (23 gegenüber 16 Prozent der Frauen).
Weibliche Einschränkungen im Konsumverhalten
An erster Stelle bei Frauen stehen Süßigkeiten: 42 Prozent der Frauen verzichten verstärkt auf Schokolade, Kekse, Eis & Co, bei den Männern sind es 29 Prozent. Auch bei Kleidung und Schuhen zeigt sich ein ähnliches Bild. 41 Prozent der Frauen verzichten darauf, jedoch nur 27 Prozent der Männer. Den dritten Platz belegt bei den Frauen Schmuck und Accessoires (33, M: 23 Prozent). Ein deutlicher Unterschied zeigt sich zudem im Bereich Bücher und Magazine. (F: 22, M: 13 Prozent).
Bei den Männern sehen die Top 3 der Einschränkungen etwas anders aus: Technik und Elektroartikel stehen mit 30 Prozent an der Spitze, gefolgt von Süßigkeiten (29 Prozent) sowie Kleidung und Schuhen (27 Prozent).
Rabattsuche wird zur Routine
Die Online-Recherche zur Orientierung, welche Produkte gekauft werden sollen, ist in Österreich sehr verbreitet: 86 Prozent der Konsument:innen informieren sich zumindest gelegentlich (also immer oder manchmal) online vor dem Einkauf im Geschäft.[1]Nicht nur die Entscheidungsfindung, sondern auch das Sparen beginnt also häufig schon vor dem eigentlichen Einkauf. Ein zentraler Teil dieser Vorbereitung ist die gezielte Suche nach Preisvorteilen: Insgesamt geben 46 Prozent der Österreicher:innen an, vor dem Einkauf fast immer aktiv nach Rabatten zu suchen. Dabei zeigen sich auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen agieren besonders preisbewusst, denn mehr als jede Zweite (52 Prozent) sucht (fast) immer gezielt nach Preisnachlässen, während dies bei Männern nur auf 41 Prozent zutrifft.
„Rabattsuche, bewusste Planung und der Griff zu günstigeren Alternativen sind für viele längst Routine. Gleichzeitig wird deutlich, dass Frauen Preissteigerungen stärker wahrnehmen und entsprechend konsequenter reagieren und ihre Einkäufe strukturierter planen. Wer als Händler Kaufimpulse setzen möchte, sollte Rabattaktionen, Angebotskommunikation und digitale Prospekte noch gezielter auf die Zielgruppen zuschneiden und geschlechtsspezifische Unterschiede im Blick haben“, erklärt Alexandra Aichholzer, Country Manager für Shopfully Österreich.
Studiensteckbrief: Für die Studie wurden 1.057 Personen ab 14 Jahren in Österreich von 27. August bis 3. September 2025 in einer repräsentativen Online-Umfrage durch marketagent im Auftrag von Shopfully befragt.
Grafik: Deutliche Gender-Unterschiede rund um die Teuerung.
Foto: Alexandra Aichholzer, Country Manager von Shopfully Österreich.
Bildnachweis: © Shopfully
Über Shopfully
Shopfully ist der europäische Marktführer im Bereich Drive-to-Store, der Händlern und Marken dabei hilft, Online-Surfen in tatsächliche Einkäufe zu verwandeln. Das Unternehmen, das früher als Offerista in Deutschland, Österreich und den CEE-Ländern bekannt war, ist heute in 25 Ländern mit einem Team von mehr als 450 Mitarbeiter:innen tätig. Shopfully arbeitet mit mehr als 500 Händlern und Marken zusammen und erreicht über sein globales Netzwerk von Publishern und digitalen Plattformen sowie seine technologischen Lösungen, einschließlich seiner eigenen KI-basierten hyperlokalen Marketingplattform, über 200 Millionen Haushalte weltweit. Mehr Informationen gibt es unter www.shopfully.com.
[1] Diese Zahl stammt aus der Studie „State of Shopping“, in der 9.482 Personen ab 18 Jahren in Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Rumänien, Spanien und Ungarn im März 2025 in einer Online-Umfrage befragt wurden.