Mobilität in Reininghaus 2: Fußgänger:innen und Radfahrer:innen in Reininghaus
Nikola Milatovic
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Graz, 24. August 2026 – Die Mobilitätsbefragung, die im Auftrag des Vereins Stadtteil Graz Reininghaus durchgeführt und am 7. Mai 2026 präsentiert wurde, zeigt deutlich: Nachhaltige Mobilität ist im Stadtteil Reininghaus bereits gelebte Realität. Mit dem Kick-off des, vom FFG geförderten, regionalis Forschungsprojekts EVA.MOB in Kooperation mit der TU Wien am 3. August und der Teilnahme von Reininghaus beginnt nun die wissenschaftliche Evaluierung, welchen Beitrag Mobilitätsverträge und begleitende Maßnahmen leisten.

Am 3. August 2026 fand der Kick-off für das Forschungsprojekts EVA.MOB statt. regionalis untersucht dabei in Kooperation mit der TU Wien Quartiere mit und ohne Mobilitätsverträge. Im Rahmen dieses österreichweiten Forschungsprojekts wird untersucht, inwieweit Mobilitätsverträge zu einer langfristigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens beitragen.

Mobilität in Reininghaus

In einer vom gemeinnützigen und politisch unabhängigen Verein Stadtteil Graz Reininghaus initiierten und von verkehrplus ZT GmbH unter hoher Beteiligung durchgeführten Umfrage wurden  Bewohner:innen und Beschäftigte von Reininghaus zu ihrem Mobilitätsverhalten befragt.[1] Die Ergebnisse bestätigen den eingeschlagenen Weg der Stadtentwicklung in Reininghaus. Zwei Drittel der Befragten stehen einem verkehrsberuhigten Stadtteil klar positiv gegenüber. Reininghaus zeichnet sich durch einen vielfältigen Mobilitätsmix aus. Zwar besitzen rund zwei Drittel der Befragten ein Auto, doch wird dieses nur von etwa einem Viertel täglich genutzt.

Die Befragung zeigte, dass öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und Wege zu Fuß im Alltag einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen als in vergleichbaren Stadtgebieten. Viele Bewohner:innen und Beschäftigte wechseln heute flexibel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln und nutzen diese regelmäßig. Das Fahrrad weist eine ähnlich hohe Nutzung wie das Auto auf. Für den Arbeits- oder Ausbildungsweg nutzen 71 Prozent umweltfreundliche Transportmittel: 44 Prozent öffentliche Verkehrsmittel, 22 Prozent das Fahrrad und 5 Prozent gehen zu Fuß. Das Auto liegt mit 27 Prozent deutlich hinter dem Öffentlichen Verkehr. Generell ist die Nutzung des ÖVs in Reininghaus überproportional hoch.

Gleichzeitig wurde mit der Studie sichtbar, wo weiteres Entwicklungspotenzial besteht. So wird aktuell an einem kommunikativen Leitsystem im Stadtteil (Parken für Besucher:innen und temporären Erledigungen), das von vielen Befragten gewünscht wurde, gearbeitet. Außerdem wird an einem übersichtlichen und praktisch handhabbaren Folder, der in Reininghaus vorhandene Mobilitätsmittel und Parkmöglichkeiten zum Inhalt hat, gearbeitet.

Reininghaus als Teil der wissenschaftlichen Forschung & Best-Practice Beispiel

Am 3. August 2026 fand der Kick-off für das Forschungsprojekts EVA.MOB statt. regionalis untersucht dabei in Kooperation mit der TU Wien Quartiere mit und ohne Mobilitätsverträge. Im Rahmen dieses österreichweiten Forschungsprojekts wird untersucht, inwieweit Mobilitätsverträge zu einer langfristigen Veränderung des Mobilitätsverhaltens beitragen. Der Verein Stadtteil Graz Reininghaus unterstützt diese Forschung – inhaltlich wie finanziell. Der Stadtteil ist Untersuchungsgegenstand und kann so dazu beitragen, wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Verkehrsmanagements in neuen Stadtteilen zu liefern.

Reininghaus ist zudem Case Study im Forschungsvorhaben Driving Urban Transitions call 2025 – SPARK Sharing Parking and Rides Across Generations der TU Graz (Institut für Städtebau), das gemeinsam mit Partnerstädten in Polen, Portugal und Südkorea durchgeführt wird. Reininghaus ist zudem Best-Practice-Beispiel für klimaaktiv für den aktuellen Mobilitätsfolder für Bauträger.

„Mit der Mobilitätsstudie konnten wir fundiert nachweisen, wie Mobilität in einem neuen Stadtteil tatsächlich gelebt wird. Die Teilnahme an EVA.MOB ermöglicht nun den nächsten Schritt: Wir können untersuchen, welche Maßnahmen hinter dieser Entwicklung stehen und wie sie künftig weiter verbessert werden können,“ so Mag. Alexander Daum, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ENW.

„Die im Mai präsentierte Mobilitätsstudie war für uns kein Abschluss, sondern der Startpunkt für die nächsten Entwicklungsschritte. Parallel zur Forschung setzen wir die Rückmeldungen aus der Befragung ganz konkret um, wie den Mobilitätsfolder, den es ab Herbst geben wird und der alle wichtigen Informationen enthält. Auch sind wir im Austausch mit der Stadt, um hier weitere Verbesserungen für Reininghaus zu schaffen“, so DI Birgit Leinich, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖSW.

„Damit Mobilität und Verkehr gelingen können, braucht es ein Zusammenspiel von Bauträger:innen, der Politik und den Bewohner:innen. Es geht darum die richtigen Hebel zu finden, die den Stadtteil noch lebenswerter und zukunftsfitter machen. Die Mobilität der Zukunft entsteht hier nicht als fertiges Konzept, sondern im Zusammenspiel von Planung, Nutzung und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Die Teilnahme an Studien sind ein wichtiges Element“, ergänzt Ing. Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG Wohnbau.

Arbeit mit und am Stadtteil

Auch kulturell und gesellschaftlich entwickelt sich Reininghaus kontinuierlich weiter. Während einer einwöchigen La Strada Residency in der Tennenmälzerei in Reininghaus entwickelt die italienische Choreografin Elisabetta Consonni ihre Arbeit im Spiegel dieses sich wandelnden Stadtteils gemeinsam mit Expert:innen und Bewohner:innen weiter. Dabei bezieht sie neue Perspektiven auf Besitz, Teilhabe und alternative Wohnmodelle ein. Fixer Bestandteil in Reininghaus ist mittlerweile die Steirische Kulturinitiative, die auch in Zukunft wieder mit ihren Ausstellungen vertreten sein wird.

Gemeinsam mit dem Stadtteilbüro Reininghaus entwickelt das Graz Museum eine partizipative Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung des Stadtteils, die am 7. Oktober 2026 eröffnet wird. Bewohner:innen und alle Menschen mit Bezug zu Reininghaus sind eingeladen, Erinnerungen, Objekte, Geschichten und Zukunftsideen einzubringen und so die Ausstellung aktiv mitzugestalten. Beiträge können jederzeit an topothek@stadt.graz.at übermittelt werden.

Fototexte:

Mobilität in Reininghaus 1: Reininghausfest

Fotocredit: © Daniel Kindler

Mobilität in Reininghaus 2: Fußgänger:innen und Radfahrer:innen in Reininghaus

Fotocredit: © Nikola Milatovic

Verein_Reininghaus_1: (v.l.n.r.): Ing. Bettina Thaller, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖWG Wohnbau; Mag. Alexander Daum, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ENW; DI Birgit Leinich, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ÖSW.  

Fotocredit: © Verein Stadtteil Reininghaus, Foto: Karoline Just

 

Über den Verein Stadtteil Graz Reininghaus

Der gemeinnützige Verein Stadtteil Graz Reininghaus wurde im Juni 2023 aus dem Zusammenschluss von 17 Bauträger:innen gegründet, die gemeinsam mit der Stadt Graz die Vision eines neuen Stadtteils in Reininghaus verwirklichen, mit dem Ziel, gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen vor Ort den Stadtteil aktiv zu gestalten und so einen lebendigen, nutzungsdurchmischten und mitgestalteten Stadtteil zu schaffen. Der Verein befasst sich unter anderem mit Themen wie der Vision Reininghaus, der Belebung der Sockelzonen, Mobilitätsmanagement, Baulogistik, Gemeinschaftseinrichtungen, Marketing und ermöglicht Kulturveranstaltungen. Das notwendige Budget wird anteilig von den beteiligten Unternehmen getragen. Neben den Bauträger:innen zählen mittlerweile Unternehmen, soziale Einrichtungen sowie Institutionen aus dem Kunst- und Kulturbereich zu den Mitgliedern.

Mehr unter: https://reininghausgründe.at/verein/



[1] Von 23. Jänner bis 27. März 2026 nahmen insgesamt 552 Personen teil und brachten ihr Mobilitätsverhalten, ihre Erfahrungen und Ideen ein. Das entspricht einer Beteiligung von rund zehn Prozent. Basierend auf einer Erhebung von November 2025 lag der Anteil der Bewohner:innen und Beschäftigten in Reininghaus bei 5.000.


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Mobilität in Reininghaus 1: Reininghausfest
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Mobilität in Reininghaus 2: Fußgänger:innen und Radfahrer:innen in Reininghaus
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Verein Stadtteil Graz Reininghaus:Vorstand
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