Zukunftsfit unterwegs: Reininghaus rückt Verkehr und Mobilität ins Zentrum
Graz, 22. Jänner 2026 – Der Verein Stadtteil Graz Reininghaus setzt im Jahr 2026 einen klaren Schwerpunkt: Themen rund um Verkehr und Mobilität stehen im Zentrum seiner Aktivitäten – unter Einbindung und Beteiligung der Menschen, die im Stadtteil leben und arbeiten.
Seit seiner Gründung im Juni 2023 begleitet der gemeinnützige Verein Stadtteil Graz Reininghaus die Entwicklung eines der größten Stadtentwicklungsprojekte Österreichs. Im Sinne der Gründungsidee wirkt er aktiv an der Gestaltung eines lebendigen, urbanen Stadtteils mit. Reininghaus zeichnet sich durch seine vielfältige Nutzungsmischung aus: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur und Nahversorgung wachsen nach und nach zusammen. Der Verein versteht sich als Sprachrohr und Interessensvertreter des neuen Stadtteils und befasst sich mit Themen wie Mobilität, Energie, Gewerbeflächen und Sockelzonen, Kunst- und Kulturinitiativen sowie Baulogistik. Derzeit wohnen mehr als 4.000 Bewohner:innen in Reininghaus, bis zu 12.000 Menschen werden es bis zur baulichen Fertigstellung sein. Reininghaus ist ein Stadtteil der kurzen Wege. An den öffentlichen Verkehr ist Reininghaus mit einer Straßenbahn und Buslinien angeschlossen und daher öffentlich gut erreichbar. Geparkt wird in Tiefgaragen, wodurch in Reininghaus kaum Parkplätze an der Oberfläche sichtbar sind. So wird einerseits mehr Platz für sicheres Spielen und Verweilen im öffentlichen Raum geschaffen, andererseits fehlen Kurzparkmöglichkeiten, was für kurze Aufenthalte und Erledigungen als negativ empfunden werden kann. Jedes Quartier in Reininghaus verfügt auch über Carsharing-Parkplätze.
So zentral ist Reininghaus
„Wir begrüßen den Baustart für die Unterführung der Josef-Huber-Gasse, der 2026 erfolgen soll. Denn so ist Reininghaus noch besser mit der Grazer Innenstadt verbunden – und das sowohl mit dem Rad als auch mit dem Auto“, so Mag. Alexander Daum, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus und ENW. Reininghaus verbindet Natur mit einer zentralen Lage. Mit dem Rad ist die Innenstadt in zehn und der Bahnhof in fünf Minuten erreichbar. Und auch der Koralmtunnel bringt neue Vorteile: Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert die Fahrt von Reininghaus nach Klagenfurt nur noch rund eine Stunde – deutlich schneller als mit dem Auto. Wien ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 2 Stunden und 45 Minuten erreichbar, ab 2030 nur mehr rund 2 Stunden.
„Eines ist klar: Reininghaus ist und bleibt ein verkehrsberuhigter Stadtteil. Gleichzeitig braucht es ein faires Miteinander, bei dem sich alle Beteiligten gehört fühlen. Dazu gehört auch eine funktionierende Zufahrt mit dem PKW zu Einrichtungen und Gewerbeflächen, insbesondere dort, wo Kund:Innen, Lieferverkehr oder mobilitätseingeschränkte Personen darauf angewiesen sind – wie beispielsweise beim Stützpunkt von Lebensgroß oder bei den Primärversorgungszentren“, betont Dr. Florian Stadtschreiber, Vorstand Verein Stadtteil Graz Reininghaus. Und ergänzt: „Nur wenn Erreichbarkeit, Versorgung und Aufenthaltsqualität gemeinsam gedacht werden, können alle Bedürfnisse abgedeckt werden und Reininghaus ein lebenswerter und zukunftsfitter Stadtteil bleiben.“
Mobilität im Wandel
Als Reininghaus in den 2000er-Jahren geplant wurde, sah Mobilität noch anders aus: „Lastenfahrräder waren in österreichischen Städten eine Seltenheit und Roller noch ein Kinderspielzeug. Seither haben sich die Anforderungen an Mobilität stark verändert“, so Daum. Und ergänzt: „Ein konkretes Beispiel ist die Breite der Radwege, die heute für sanfte Mobilität, wie Lastenfahrräder oder Roller ausgelegt sein müssen. Hier besteht vielfach Nachbesserungsbedarf. Daher stellen wir in diesem Jahr Verkehr und Mobilität bewusst in den Fokus.“
„Die Erde hat sich in den letzten 25 Jahren weitergedreht – und mit ihr die Rahmenbedingungen für Stadtentwicklung. Dabei zeigt sich, dass ein vollständiger Ausschluss des motorisierten Individualverkehrs nicht automatisch zu einem lebendigen Stadtteil führt. Gleichzeitig stellt der Onlinehandel den stationären Handel vor große Herausforderungen. Handel und Gastronomie sind daher auf eine praktikable Erreichbarkeit angewiesen. Ein lebendiger Stadtteil braucht funktionierende Betriebe vor Ort. Oberirdische Kurzparkmöglichkeiten können dabei ein wichtiger Baustein sein, um lokale Unternehmen zu stärken, ohne die Qualitäten eines verkehrsberuhigten Quartiers zu verlieren“, ergänzt DI Hans Schaffer, Vorstandsdirektor von ÖWG Wohnbau.
Was geschieht 2026?
Studie über die derzeitige Situation vs. dem Rahmenplan
Der Grazer Gemeinderat beschloss 2010 den Rahmenplan für Reininghaus. Vieles hat sich seither verändert. Daher erhebt verkehrplus im Auftrag des Vereins Stadtteil Graz Reininghaus, inwieweit die im damaligen Rahmenplan festgesetzten Mobilitätsverträge heute noch sinnvoll sind oder an den aktuellen Bedürfnissen der Menschen und Unternehmen vor Ort vorbeigehen.
Partizipative Umfrage unter Bewohner:innen und Arbeitenden
Ein zentrales Projekt im Frühjahr 2026 ist eine umfassende Mobilitäts- und Verkehrsumfrage, die vom Verein initiiert und von verkehrplus durchgeführt wird. Bewohner:innen und in Reininghaus tätige Personen sind eingeladen, daran teilzunehmen und Fragen zu ihrem Mobilitätsverhalten zu beantworten, aber auch ihre Bedürfnisse und Ideen rund um Verkehr, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr sowie Carsharing einzubringen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für konkrete Maßnahmen und Empfehlungen. Die Umfrage läuft bis Ende März 2026 und die Ergebnisse werden am 7. Mai 2026 in der Tennenmälzerei der Öffentlichkeit präsentiert.
Aktuelle Forschungsprojekte
Reininghaus ist zudem Case Study im Projekt „Driving Urban Transitions call 2025 - SPARK Sharing Parking and Rides Across Generations“ der TU Graz (Institut für Städtebau). Regionalis untersucht in Kooperation mit der TU Wien Quartiere mit und ohne Mobilitätsverträge. Auch hier unterstützt der Förderverein Reininghaus die Forschung. Beide Projekte liefern wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung des Verkehrsmanagements in neuen Stadtteilen.
Aktivierung der Sockelzonen für lebendige Quartiere
„Um die Stadt der kurzen Wege sicherzustellen, bedarf es auch des richtigen Mixes in den Sockelzonen. Daher setzen wir auch 2026 hier wieder verstärkt Maßnahmen, um hier gezielt Mieter:innen anzusprechen“, so Vorständin DI Birgit Leinich und ÖSW. Auch 2026 wird sich der Verein wieder verstärkt der Sockelzonen annehmen. Geplant sind neben Veranstaltungen, die gezielt Gewerbetreibende ansprechen werden, erneut Ausstellungen in leerstehenden Sockelzonen. Im Dezember 2025 wurde erneut die Förderung für die Sockelzonen beschlossen. Die Wirtschaftsabteilung der Stadt Graz unterstützt Unternehmer:innen, die sich in den Sockelzonen in Reininghaus ansiedeln möchten mit einer Mietförderung. Neu ist die einmalige Auszahlung zu Beginn der Förderung.
Der Verein Stadtteil Graz Reininghaus lädt alle Interessierten mit Bezug zum Stadtteil herzlich ein, sich an der aktuellen Mobilitätsumfrage zu beteiligen und zugleich bei der Präsentation der Ergebnisse dabeizusein, um gemeinsam Ideen für eine intelligente, nachhaltige und zukunftsfitte Mobilität zu entwickeln.
Fototext: Öffentliche Verkehrsmittel in Reininghaus
Fotocredit: © Verein Stadtteil Graz Reininghaus, Foto: Nikola Milatovic
Fototext: Fußgänger:innen und Radfahrer:innen in Reininghaus
Fotocredit: © Verein Stadtteil Graz Reininghaus, Foto: Nikola Milatovic
Über den Verein Stadtteil Graz Reininghaus
Der gemeinnützige Verein Stadtteil Graz Reininghaus wurde im Juni 2023 aus dem Zusammenschluss von 17 Bauträger:innen gegründet, die gemeinsam mit der Stadt Graz die Vision eines neuen Stadtteils in Reininghaus verwirklichen, mit dem Ziel, gemeinsam mit verschiedenen Akteur:innen vor Ort den Stadtteil aktiv zu gestalten und so einen lebendigen, nutzungsdurchmischten und mitgestalteten Stadtteil zu schaffen. Der Verein befasst sich unter anderem mit Themen wie der Vision Reininghaus, der Belebung der Sockelzonen, Mobilitätsmanagement, Baulogistik, Gemeinschaftseinrichtungen, Marketing und ermöglicht Kulturveranstaltungen. Das notwendige Budget wird anteilig von den beteiligten Unternehmen getragen. Neben den Bauträger:innen zählen mittlerweile Unternehmen, soziale Einrichtungen sowie Institutionen aus dem Kunst- und Kulturbereich zu den Mitgliedern.
Mehr unter: https://reininghausgründe.at/verein/