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Wien, im April 2026 – Seit 2025 gilt die Construction Products Regulation (CPR) der EU, deren Bestimmungen ab 2026 schrittweise angewendet werden. Für Bauunternehmen bedeutet das wachsenden Druck, die Beschaffung von Baumaterialien lückenlos datenbasiert und nachverfolgbar zu organisieren. Denn über den in der Verordnung vorgeschriebenen Digitalen Produktpass müssen Leistungs- und Emissionskennzahlen künftig maschinenlesbar verfügbar und vergleichbar sein. Das Wiener Startup constrct hat eine Plattform entwickelt, die diesen Prozess durchgängig digital abbildet – von der Bestellanforderung bis zur Lieferung – und dabei bewusst auf eine Schnittstellenintegration verzichtet.

Regulatorischer Wandel trifft auf ineffiziente und fragmentierte Beschaffungsprozesse in der Baupraxis

Die Beschaffung von Bauprodukten läuft heute in der Praxis noch weitgehend analog ab: Baukaufleute, Bauleiter oder Poliere geben Bestellungen telefonisch oder per E-Mail auf. Lieferscheine werden später abgelegt, fotografiert oder manuell ins System übertragen. Was auf der Baustelle beginnt, muss im Büro nachträglich dokumentiert und abgeglichen werden. Die fragmentierten Abläufe führen zu Intransparenz und messbaren Effizienzverlusten: Doppelarbeit, zeitaufwändige Abstimmungen zwischen Büro und Baustelle sowie fehleranfällige Übertragungen binden Ressourcen und erschweren eine strukturierte Projektsteuerung.

Mit dem Digitalen Produktpass der EU verschärfen sich diese Anforderungen: Ab voraussichtlich 2028 müssen technische Leistungsdaten, Umwelt- und Emissionskennzahlen, Materialzusammensetzungen sowie Konformitätsangaben strukturiert und maschinenlesbar verfügbar sein. Der Einsatz von constrct ermöglicht es, diese Daten mit projektspezifischen Mengendaten zu verknüpfen.

Digitale Infrastruktur ohne aufwändige ERP-Integration als Antwort auf steigende Datenanforderungen

Die Software von constrct liefert den Infrastrukturbaustein, um diese Prozesse zu digitalisieren und die relevanten Daten und Kennzahlen automatisiert zu erfassen. Die Plattform verknüpft Bestellanforderung, Lieferung und digitalen Lieferschein mit strukturierten Produktinformationen und bildet die gesamte Lieferkette in einem eigenständigen System ab.

Im Unterschied zu vielen bestehenden Lösungen, die einzelne Prozessschritte abdecken und tiefgreifende ERP-Integrationen erfordern, kommt constrct grundsätzlich ohne komplexe Schnittstellenprojekte aus. Lediglich beim Einsatz digitaler Lieferscheine ist eine strukturierte Datenübergabe über Schnittstellen erforderlich. Ist eine solche Anbindung technisch nicht umsetzbar, erfolgt der Austausch über standardisierte Mail-Templates. Bestellungen werden per Mail an den Lieferanten übermittelt; digitale Lieferscheine können nach Unterzeichnung automatisiert an den Übernehmer weitergeleitet werden. Die Daten bleiben strukturiert weiterverarbeitbar. Bestehende Systeme müssen hierfür nicht grundlegend umgebaut werden.

So entsteht im laufenden Beschaffungsprozess eine durchgängige Datenspur: Bestellungen, Lieferungen und Produktinformationen werden unmittelbar miteinander verknüpft. Gleichzeitig werden produkt- und lieferbezogene Nachhaltigkeitskennzahlen automatisiert und projektbezogen dokumentiert. Diese strukturierte Datengrundlage ist vor dem Hintergrund der neuen EU-Verordnung regulatorisch relevant und gewinnt bei größeren Bauvorhaben sowie im Kontext ESG-orientierter Finanzierungen zusätzlich an wirtschaftlicher Bedeutung.

Skalierbare Lösung für kleine und mittelständische Bauunternehmen bis hin zu komplexen Unternehmensstrukturen

Die Plattform ist skalierbar konzipiert und eignet sich für kleine und mittlere Bauunternehmen ebenso wie für komplexe Unternehmensstrukturen. KMUs profitieren von der niedrigen technischen Einstiegshürde, große Bauunternehmen können hohe Transaktionsvolumina und komplexe Lieferketten strukturiert abbilden.

Mit Rhomberg Ventures, dem Investmentvehikel von Hubert Rhomberg, ist ein erfahrener Branchenkenner als Minderheitsgesellschafter an constrct beteiligt. 2025 beteiligte sich WU Ignite Ventures an constrct. Mit Würth läuft ein Pilotprojekt auf Lieferantenseite: Echtzeitlagerbestände und aktuelle Preise fließen direkt in den Bestellprozess ein. Verfügbarkeiten sind sofort sichtbar und Preisänderungen werden automatisch berücksichtigt.

Vom Baustellenalltag zum Supply-Chain-Studium: Die Gründungsgeschichte hinter constrct

Gründer Michael Ramel wuchs in einer Bauunternehmerfamilie auf. Sein Vater war viele Jahre bei einem großen österreichischen Baukonzern tätig, bevor er sich selbstständig machte. Ramel war von klein mit auf der Baustelle und begleitete seinen Vater bei Projekten quer durch Europa. Organisation, Materialbestellungen und Abstimmungsprozesse erlebte er aus nächster Nähe.

Ramels eigener Bildungsweg führte ihn später zum Masterstudiengang Supply Chain Management an der WU Wien. Die Kombination aus praktischer Baustellenerfahrung und akademischer Ausbildung im Bereich Lieferkettenmanagement schärfte seinen Blick für strukturelle Ineffizienzen in der Baustoffbeschaffung. Den technischen Mitgründer fand er im Softwareentwickler Christoph Oswald. Aus dieser Kombination entstand constrct. Heute arbeitet ein fünfköpfiges Team an der Weiterentwicklung der Plattform.

Ausblick: nächste Finanzierungsrunde und App-Entwicklung

Für 2026 ist eine weitere Finanzierungsrunde geplant, um die technologische Weiterentwicklung der Plattform sowie den Marktausbau voranzutreiben. Derzeit arbeitet constrct an einer mobilen App, die die Nutzung der Plattform auf dem Baustellengelände vereinfachen soll. Diese soll innerhalb der kommenden sechs Monate verfügbar sein.


Über constrct
constrct ist ein Wiener Softwareunternehmen, das eine digitale Plattform für die Beschaffung von Baumaterialien anbietet. Die Lösung bildet die gesamte Lieferkette in einem eigenständigen System ab und ermöglicht die strukturierte Erfassung projektbezogener Produkt-, Leistungs- und Emissionsdaten. Das Unternehmen wurde von Michael Ramel und Christoph Oswald gegründet. Ramel stammt aus einer Bauunternehmerfamilie und erkannte früh den Bedarf an strukturierten, digitalen Beschaffungsprozessen in der Branche. 2025 beteiligte sich WU Ignite Ventures an constrct. www.constrct.eu

Über Würth Österreich
Würth ist Spezialist im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial für die professionelle Anwendung. Die Produktpalette umfasst über 120.000 Artikel: Von Schrauben, Schraubenzubehör und Dübeln über Werkzeuge bis zu chemisch-technischen Produkten und Arbeitsschutz. Zu den Kunden zählen Handwerks- und Industriebetriebe, die von rund 500 Außendienstmitarbeitenden betreut werden. Parallel dazu baut Würth das Niederlassungsnetz in ganz Österreich kontinuierlich aus. In über 80 Würth Shops sind mehr als 5.000 Produkte permanent lagernd. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.000 Mitarbeitende und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 300 Millionen Euro. Sprecher der Geschäftsführung ist Michael Hempt. www.wuerth.at


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