ParityQC stellt Rekord mit IBM-Quantencomputer und der bislang größten jemals gemessenen Quanten-Fourier-Transformation auf
Quantencomputing vollzieht einen raschen Übergang von der Pionierarbeit im Labor in die Ära der industriellen Entwicklung. Dieser neue Benchmark zeigt, dass das Wachstum nicht nur anhält, sondern sich weiter beschleunigt.
Innsbruck / New York, 16. April 2026 — Das europäische Quantenarchitektur-Unternehmen ParityQC gab heute die Erzielung eines neuen Rekord-Benchmarks für die größte Quanten-Fourier-Transformation (QFT) bekannt, einem grundlegenden Algorithmus mit Anwendungen z. B. in der Kryptografie, Finanzmodellierung und Materialwissenschaft. Die Leistung wurde unter Verwendung eines IBM Quantum Heron-Prozessors realisiert. Diese jüngste Demonstration der ParityQC-Architektur verarbeitete 52 supraleitende Qubits und verdoppelte damit fast den bisherigen Benchmark von 27 Ionenfallen-Qubits, der erst vor 24 Monaten aufgestellt worden war.
„Dieser Meilenstein war nur durch die Synergie von IBMs neuester Quantenhardware und der ParityQC-Architektur möglich, die eine exponentielle Effizienzsteigerung ermöglicht“, sagen Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser, Co-CEOs von ParityQC. „Was wir hier erleben, ist, dass die europäische Quanteninnovation weltweit eine Vorreiterrolle dabei einnimmt, theoretisches Potenzial in reale Leistung umzusetzen.“
Industrialisierung eines akademischen Forschungsgebiets
Bis vor kurzem wurden Fortschritte im Quantencomputing maßgeblich von führenden akademischen Forschungsgruppen vorangetrieben. Die heutige Ankündigung beweist, dass die Leistungsfähigkeit des Quantencomputings weiterhin exponentiell zunimmt. Die Steigerung des QFT-Benchmarks auf fast das Doppelte deutet darauf hin, dass der Fortschritt im Quantencomputing einer ähnlichen frühen Dynamik folgen könnte wie das Moore’sche Gesetz in der klassischen Informatik – eine Entwicklung, die eine Forschungsdisziplin in eine globale Industrie verwandelte. Auch das Quantencomputing befindet sich in einem vergleichbaren Wandel und entwickelt sich zunehmend zu einem standardisierten und skalierbaren Industriezweig.
„So wie die Verdopplung der Transistordichte einst das Zeitalter der integrierten Schaltkreise einläutete, markiert die Verdopplung der Quantencomputing-Kapazität den Eintritt des Quantencomputings in seine eigene Ära der exponentiellen Skalierung“, sagt Hermann Hauser, Investor bei ParityQC und Mitbegründer von Acorn und ARM.
„Die Demonstration von ParityQC, dass ihre Parity Twine-Anwendung diesen QFT-Benchmark erreicht hat – unter Verwendung von IBM-Quantenhardware –, ist ein vielversprechendes Beispiel dafür, wie die Anwendung auch auf Hardware-angepasste Implementierungen von Algorithmen ausgeweitet werden könnte, die komplexe, für die Industrie nützliche Optimierungsprobleme lösen, während sich unsere Hardware gemäß unserer Roadmap verbessert“, so Scott Crowder, Vice President, IBM Quantum Adoption.
„Wir sind unglaublich stolz auf diese Leistung, die der hervorragenden Arbeit der Hardware- und Architekturteams auf beiden Seiten zu verdanken ist. Fortschritte wie diese zeigen, dass die Entwicklung der Quantentechnologien beginnt, einem vorhersehbaren Weg zu folgen“, kommentieren Wolfgang Lechner und Magdalena Hauser, Co-CEOs von ParityQC.
Was dies in der Praxis bedeutet
Die Parity Twine-Architektur von ParityQC eröffnet ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten für Quantencomputing. Sie kann dazu beitragen, die Simulation molekularer Wechselwirkungen deutlich zu beschleunigen – ein entscheidender Faktor in der Wirkstoffforschung – und ermöglicht zugleich die effiziente Analyse hochkomplexer Portfoliooptimierungen sowie Risikomodelle im Finanzsektor. Auch in der Materialwissenschaft schafft sie neue Voraussetzungen für das Verständnis und die Simulation komplexer physikalischer Systeme.
Mit dem Übergang von der Forschung in die praktische Anwendung könnten diese Fähigkeiten den entscheidenden Unterschied machen: Probleme, für deren Lösung selbst die leistungsfähigsten Supercomputer heute Jahre benötigen würden – wenn sie überhaupt lösbar sind – könnten künftig in deutlich kürzerer Zeit bewältigt werden.
ParityQC verfolgt einen einzigartigen Ansatz im Bereich des Quantencomputings. Das Unternehmen entwickelt Baupläne sowie die erforderliche Softwareumgebung auf Basis der ParityQC-Architektur für skalierbare Quantencomputer. Der jüngste Rekord unterstreicht das Ziel des Unternehmens, gemeinsam mit Hardware-Entwicklern weltweit im Rahmen eines Co-Design-Ansatzes hochleistungsfähige Quantensysteme zu realisieren.
Die ParityQC-Architektur reduziert die Komplexität des Hardware-Designs, integriert Fehlerkorrektur und vereinfacht die Konnektivität. Durch die Kombination dieser architektonischen Vorteile mit unterschiedlichen Hardware-Plattformen arbeitet ParityQC eng mit dem Quanten-Ökosystem zusammen, um den Weg für weiteres exponentielles Wachstum zu ebnen.
Die wichtigsten Innovationen
Rekordimplementierung der QFT auf einem IBM Heron-Prozessor:
Bei der Anwendung auf QFT auf einem IBM Heron r3-Prozessor erreichten die Teams die höchste jemals gemeldete Prozessgenauigkeit für eine unitäre QFT mit 52 Qubits. Entscheidend ist, dass das Team zudem zeigte, dass der Leistungsvorteil von Parity Twine exponentiell (exp(N2)) gegenüber den bisher besten bekannten Alternativen skaliert, wobei N die Anzahl der Qubits ist.Deutlich reduzierte Gate-Anzahl und Schaltungstiefe:
Parity Twine ist ein Ansatz zur Schaltungskompilierung, der sowohl die Gatter-Anzahl als auch die Schaltungstiefe bei der Implementierung von Quantenalgorithmen erheblich reduziert – entscheidend ist dabei, dass keine SWAP-Gatter benötigt werden, die auf vielen Hardwareplattformen eine Hauptursache für Overhead und Fehler darstellen. Durch die Eliminierung dieses Overheads ermöglicht Parity Twine die Ausführung von Algorithmen in weniger Schritten, mit weniger kumuliertem Rauschen und deutlich höherer Genauigkeit.Auswirkungen der QFT als grundlegende Subroutine auf Quantencomputing-Anwendungen:
Der durchgängig getestete Algorithmus zeigt im Vergleich zu früheren Implementierungen eine deutliche Verbesserung der Prozessgenauigkeit. Das Team wählte die Quanten-Fourier-Transformation als Benchmark, da es sich um eine grundlegende Subroutine handelt, die eine breite Palette von Quantencomputing-Anwendungen untermauert und somit ein Maß für die reale Quantenleistung darstellt.
Die Ergebnisse sind auf arXiv 2604.12465 veröffentlicht.
Über ParityQC
ParityQC ist ein Unternehmen für Quantenarchitektur und entwickelt Baupläne sowie Betriebssysteme für Quantencomputer. Mit einem grundlegend neuen Ansatz adressiert ParityQC zentrale Herausforderungen der Skalierbarkeit und ermöglicht vollständig programmierbare Quantenchips mit vereinfachtem Design, effizienter Steuerung und integrierter Fehlerkorrektur.
Gemeinsam mit Hardware-Partnern weltweit arbeitet ParityQC an der Entwicklung hochskalierbarer Quantencomputer für ein breites Anwendungsspektrum – von der Lösung komplexer Optimierungsprobleme auf NISQ-Systemen bis hin zu universellem, fehlerkorrigiertem Quantencomputing.