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18. Dezember 2018

tarife.at über die Auswirkungen der Registrierungspflicht von Wertkartenhandys

Neben Smartphones könnten kommendes Jahr so manche Geräte wie Alarmanlagen und Wetterstationen den Dienst verweigern. Nämlich, wenn sie über eine Prepaid-SIM Karte an das Datennetz angeschlossen sind und nicht rechtzeitig registriert wurden. Denn ab 1. Jänner 2019 müssen auch in Österreich alle neuen Wertkartentarife angemeldet werden. Bestehende Kunden haben bis spätestens 1. September 2019 dafür Zeit. Abgesehen von Kindern bzw. deren Eltern und Touristen könnte der Aufwand gerade Senioren, einer wichtigen Zielgruppe von Wertkartenangeboten, zum Verhängnis werden.

Derzeit sind in Österreich rund drei bis dreieinhalb Millionen nicht registrierte Wertkartenhandys aktiv, die in den nächsten Monaten angemeldet werden müssen, oder anderenfalls ab Herbst kommenden Jahres nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Die heimischen Mobilfunkbetreiber schätzen den Registrierungsaufwand auf rund fünf Euro pro SIM-Karte – Kosten, die drohten auf die Konsumenten abgewälzt zu werden, nun aber zu 80 Prozent vom Bund übernommen werden. Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at, sieht damit die Vorteile von Wertkartentarifen ad absurdum geführt: „Die Registrierungspflicht nimmt Wertkarten wichtige Vorteile, nämlich schnell erhältlich, unkompliziert und preiswert zu sein. Es entstehen sowohl für Konsumenten, als auch für Mobilfunkanbieter Aufwand, Verzögerung sowie gegebenenfalls Kosten“. Betroffen werden davon in erster Linie Eltern von Schulkindern, Senioren und Touristen sein.

Registrierung im Shop oder Online
Die Registrierung erfolgt entweder persönlich, unter Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises, im Shop bzw. bei einem Vertriebspartner, oder über Bank- bzw. Foto-Identifikation. Für die meisten Kunden sollte dieser Prozess kein Problem darstellen. Schwieriger könnte es sich aber für Senioren – die eine wichtige Zielgruppe von Wertkartentarifen darstellen – in ländlichen Regionen gestalten, die mit technischen Hürden zu kämpfen haben und keinen Shop bzw. Partnerbetrieb ihres Mobilfunkanbieters in unmittelbarer Nähe haben. Vor allem Kunden von Discountern, ohne flächendeckender Shop-Infrastruktur, werden gezwungen, sich mit den technischen Anforderungen der Online-Registrierung auseinanderzusetzen. Dafür bietet der Prozess über Bank- oder Foto-Identifikationsverfahren gute Möglichkeiten, wobei das Fotoident-Verfahren via Kamera auf biometrischer Abtastung basiert und aufwändiger ist. Offen ist, ob die Mobilfunkanbieter auch eine Registrierung über Bürgerkarte bzw. Handy-Signatur akzeptieren werden, für die sie keine finanzielle Unterstützung seitens des Bundes erhalten.

Vorsicht vor zusätzlichen Kosten
Wer die Registrierung bei einem Partnershop durchführt, läuft Gefahr für die Anmeldung bis zu zehn Euro bezahlen zu müssen. Davon sind vor allem Kunden von Discount-Marken betroffen, die über kein eigenes Shop-Netz verfügen und die Arbeit an Partnerbetriebe auslagern müssen. tarife.at empfiehlt sich jedenfalls vorab zu informieren.

Sinkende Nachfrage nach Wertkartentarifen 
Obwohl derzeit noch 38,7 Prozent der aktuell am Markt erhältlichen Angebote Wertkartentarife sind, spielen diese eine immer unwichtigere Rolle. Die Nutzerdaten von tarife.at zeigen einen klaren Trend: Während 2015 noch 50 Prozent der besten Mobilfunkangebote Prepaid-Tarife waren, hat sich das Blatt seither gewendet. Heute entsprechen Wertkarten nur mehr in 19,84 Prozent den individuellen Anforderungen der Konsumenten (siehe Grafik anbei). Verantwortlich für die hohe Nachfrage 2015 war der Markteintritt der Hofer-Handymarke HoT, die mit einem reinen Wertkartenangebot bereits nach einem Quartal 167.000 aktive Kunden für sich verbuchen konnte. Anschießend haben andere Discount-Anbieter wie z. B. Spusu, den Markt neuerlich mit Vertragstarifen aufgemischt, sodass die Nachfrage seither wieder zurückgeht. Eine Erhebung von tarife.at zeigt, dass Vertragstarife seit 4. April 2016 statistisch gesehen den individuellen Anforderungen der Konsumenten besser entsprechen und daher im Ranking des Vergleichsportals häufiger auf Platz eins liegen. Wertkartentarife sind dabei insbesondere bei Vergleichen mit niedrigen Kosten auf den ersten Positionen - je höher der Verbrauch ist, desto uninteressanter werden sie.

Pro und Contra der Wertkartentarife
Prepaid-Tarife bieten maximalen Schutz vor Kostenfallen. Dadurch sind sie insbesondere für Kinder geeignet, die auf diesem Weg lernen mit dem Guthaben hauszuhalten. Außerdem gehen Wertkartenkunden keine Bindung ein und müssen am Ende nicht einmal eine Kündigung vorlegen. Darum sind sie auch besonders beliebt für Anwendungen im Rahmen des Internet of Things (IoT), etwa für vernetzte Alarmanlagen, Wetterstationen und andere Geräte mit niedrigem oder unregelmäßigem Datenverbrauch. Dafür sollten Kunden sich allerdings vorab sehr genau über die Vertragsdetails erkundigen. Speziell in Punkto Taktung, Gültigkeit und Roaming sind Wertkartentarife im Gegensatz zu Verträgen oftmals schlechter gestellt. So sind Prepaid-Tarife beispielsweise immer häufiger, anstatt eines ganzen Monats, nur noch 28 Tage lang gültig. Ein kostenloser und unkomplizierter Vergleich über www.tarife.at lohnt sich daher jedenfalls, denn – im Sinne einer objektiven Vergleichbarkeit – normiert das Vergleichsportal die Kosten stets auf einen Kalendermonat.

Die Grenzen zwischen Vertrag und Wertkarte verschwimmen zunehmend
Wertkartentarife sind heute bereits beinahe ebenso bequem wie Vertragshandys. Prinzipiell unterscheiden sich beide Systeme in der Art der Abrechnung: Während Wertkarten-Handys nur aufgrund des aufgeladenen Guthabens funktionieren, werden Vertragstarife erst nach erbrachter Leistung vergebührt. Gleichzeitig bietet der Markt sowohl Wertkarten- als auch Vertragstarife mit monatlichem Grundentgelt sowie der Bezahl-Option nach tatsächlichem Verbrauch. Immer häufiger können Kunden optional sogar eine automatisierte Aufladung über Abbuchungsauftrag wählen.

Unter tarife.at/wertkarte19  hat tarife.at sämtliche Informationen der Mobilfunkbetreiber und Tipps zum Thema zusammengetragen, um Konsumenten die Registrierung so einfach wie nur möglich zu machen. Da bislang noch nicht alle Fragen restlos geklärt sind, finden Konsumenten dort stets die aktuellsten Daten und sind damit immer am neuesten Wissensstand.

 

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