02. Januar 2012

Sanierung im Insolvenzverfahren erfolgreich:

Investorengruppe steigt bei Automobilzulieferer Robert Sihn ein. Alle rund 540 Arbeitsplätze bleiben erhalten, das Unternehmen soll durch Investitionen ausgebaut werden

Der Automobilzulieferer Robert Sihn (RSN) hat die Sanierung im Insolvenzverfahren nach nur drei Monaten erfolgreich abgeschlossen und geht mit der Industriebeteiligungsgesellschaft Tyrol Equity AG (50,1%) sowie dem industrieerfahrenen Unternehmer Udo Wendland und den neuen Geschäftsführern Jürgen A. Neumann und Dr. Christoph Reuter (gemeinsam 49,9%) als neuen Eigentümern gestärkt in die Zukunft. „Nach intensiven Verhandlungen mit mehreren Interessenten haben wir nun eine aus unserer Sicht optimale Fortführungslösung gefunden. Zum 2. Januar 2012 steigt die strategische Investorengruppe bei RSN ein und führt den Geschäftsbetrieb unter der neuen Firma RSN Sihn GmbH weiter. Alle derzeit rund 540 Mitarbeiter werden übernommen, das Unternehmen soll durch Investitionen weiter entwickelt werden“, teilt Insolvenzverwalter Tobias Hoefer mit.

Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen von RSN zum 1. Dezember 2011 durch das Amtsgericht Pforzheim trieb Hoefer die Investorengespräche zügig voran. Noch im alten Jahr gelang es, die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen. Die dabei gefundene Lösung sieht vor, dass auf dem Weg einer sogenannten übertragenden Sanierung der Geschäftsbetrieb und das gesamte betriebsnotwendige Vermögen auf die neue Gesellschaft RSN Sihn GmbH übergehen. Das umfasst auch alle Arbeitsverhältnisse, damit behalten die Mitarbeiter ihre erworbenen Ansprüche und Rechte.

Der Betriebsrat von Robert Sihn, die IG Metall Pforzheim, der Insolvenzverwalter, die neue Geschäftsführung und die neuen Eigentümer begrüßen ausdrücklich die gefundene Lösung.

Betriebsrat und Gewerkschaft zufrieden mit Fortführungslösung
Der Betriebsratsvorsitzende Andreas Ahner zeigt sich ebenfalls mit der vorliegenden Lösung sehr zufrieden: „Durch die tatkräftige Unterstützung der IG Metall Pforzheim sowie der Anwaltskanzlei Hunnekuhl und Kollegen konnten die Interessen der Beschäftigten während des gesamten Verfahrens optimal zur Geltung gebracht werden“. Auch Karl-Heinz Kortus von der IG Metall zeigt sich insbesondere darüber erfreut, dass bei der Übernahme durch die neuen Eigentümer der gesamte Betrieb mit allen 540 Arbeitsplätzen erhalten bleibt.

In diesem Zusammenwirken konnten bereits während der seit Ende September 2011 laufenden vorläufigen Insolvenzverwaltung Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet werden, die das Unternehmen wieder profitabel machten. Neuregelungen bei der Arbeitszeit, eine gezielte Personalentwicklung, die Einführung einer zusätzlichen Schicht und bezahlte Mehrarbeit steigerten die Produktivität, Rückstände konnten aufgearbeitet, die Leistungsfähigkeit des Betriebs insgesamt erhöht werden.

Neue Zukunftsperspektive für RSN
Weil dieser Prozess auch von Kundenseite mit neuen Aufträgen unterstützt wurde, hielt RSN im Insolvenzverfahren weiter Wachstumskurs. So konnten Produktion und Vertrieb nicht nur uneingeschränkt weiter laufen, sondern es mussten sogar neue Personalressourcen aufgebaut werden. Dies führte dazu, dass im Insolvenzverfahren rund 30 Mitarbeiter und Auszubildende neu eingestellt werden konnten. Trotz Insolvenz und sich abkühlender Konjunktur erzielte RSN so voraussichtlich für 2011 ein Umsatzwachstum von rund 15 Prozent auf etwa 49 Mio. Euro. Nicht nur der Kaufpreis gab den Ausschlag zugunsten der jetzt gefundenen Lösung. Die neuen Eigentümer sind unternehmerisch tätig und haben bereits angekündigt, das Unternehmen durch Investitionen weiter ausbauen zu wollen. „Die Krisenjahre 2008 und 2009 waren ausschlaggebend für die finanzielle Schieflage des traditionsreichen Familienunternehmens. Bei den Kunden steht der Name Sihn für die im sensiblen Motorbereich eingesetzten Produkte weiterhin für höchste Qualität. Aufgrund der hervorragenden Reputation sehen wir entsprechendes Wachstumspotenzial durch Erschließung neuer Märkte und freuen uns das Unternehmen in eine eigenständige und erfolgreiche Zukunft mit alter Stärke zurückzuführen“, so die neuen Eigentümer rund um Tyrol Equity und Udo Wendland.

Drei Viertel aller deutschen Autos fahren mit Produkten von RSN Das Unternehmen Robert Sihn GmbH & Co. KG wurde im Jahre 1939 von Robert Sihn sen. gegründet und hat sich seitdem international als führender Zulieferer von fluidischen bzw. mechanischen Verbindungen für sensible Bereiche des Automobilbaus - wie etwa Servolenkungen, Kraftstoff- und Ölkreislauf sowie aktiven Fahrwerksystemen – einen Namen gemacht. Kunden aus aller Welt schätzen RSN als zuverlässigen Partner insbesondere für die Lieferung von gleichbleibend hoher Produktqualität bei Armaturen wie Stutzen, Hohlschrauben, fluidischen Elementen, Winkelgelenken oder anderen komplexen Komponenten.

Für viele Automobilhersteller und -Zulieferer ist RSN mit seinen Produkten sogenannter „Single-Source“-Lieferant, bei für die Motorfunktion wichtigen Komponenten wie z. B. Ringstücke sogar Weltmarktführer. Heute fahren drei von vier Fahrzeugen deutscher Automobilhersteller mit Produkten von RSN. Hauptabsatzmärkte sind neben Deutschland die EU, Südamerika und die USA.

Weitere Informationen unter:

www.rsn-sihn.de
www.verwalter.de
www.tyrolequity.com

Für nähere Auskünfte stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Insolvenzverwalter Tobias Hoefer
Fachanwalt für Insolvenzrecht HOEFER I SCHMIDT-THIEME
Rechtsanwälte und Insolvenzverwalter
Stuttgarter Str. 41 75179 Pforzheim

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Für die neuen Eigentümer
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