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Wien, am 27. August 2026 – Haushalte, die seit Anfang 2024 konsequent zum jeweils günstigsten Anbieter gewechselt haben, zahlten beim Energiepreis für Strom und Gas im Schnitt rund ein Drittel weniger als jene, die beim günstigsten Tarif ihres Landesversorgers geblieben sind. Das geht aus einer Langzeitauswertung des Vergleichsportals tarife.at hervor, die elf Quartale seit Anfang 2024 umfasst.

Der Energiepreis ist jene Position, die bei einem durchschnittlichen Haushalt etwa die Hälfte der Rechnung ausmacht – und die einzige, über die Haushalte selbst entscheiden. Netzentgelte und Abgaben sind anbieterunabhängig und von einem Wechsel des Energieanbieters nicht betroffen.

Grundlage der Analyse ist die quartalsweise Energiepreiserhebung von tarife.at, die nun erstmals über einen mehrjährigen Zeitraum ausgewertet wurde. Für jedes der elf Quartale von Q1/2024 bis zum laufenden Q3/2026 wurde der jeweils günstigste Normaltarif jedes der neun Landesenergieversorger dem jeweils günstigsten österreichweit verfügbaren Normaltarif eines Alternativanbieters gegenübergestellt – über vier Strom- und drei Gas-Verbrauchsstufen. Das ergibt 693 Vergleichspaare. In 678 Fällen war der Alternativanbieter preislich niedriger, das entspricht 97,8 Prozent.

„Der Energiepreis ist der einzige Posten auf der Energierechnung, über den Haushalte selbst entscheiden. Dort liegen die Angebote rund ein Drittel auseinander“, sagt Michael Kreil, Geschäftsführer von tarife.at. „Bei 7.500 kWh Stromverbrauch sind das im Schnitt 454 Euro pro Jahr, die im Haushaltsbudget eingespart werden können.“

Strom: Ersparnis hängt stark vom jeweiligen Landesversorger ab

Im Durchschnitt über alle elf Quartale zahlten Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 2.600 kWh beim Landesversorger 158 Euro pro Jahr mehr. Der günstigste Alternativtarif war um 30,7 Prozent günstiger. Bei 7.500 kWh betrugen die Mehrkosten 454 Euro (32,8 Prozent), bei 15.000 kWh 877 Euro (32,1 Prozent).

Zwischen den Versorgern war die Streuung erheblich. Die größte durchschnittliche Ersparnis ergab sich gegenüber der Salzburg AG (41,4 Prozent), gefolgt von Energie Steiermark (40,4 Prozent), Burgenland Energie (40,3 Prozent) und EVN (39,6 Prozent). Am unteren Ende lagen TIWAG (14,7 Prozent) und VKW (18,7 Prozent), Wien Energie lag mit 25,9 Prozent dazwischen. Wie viel ein Anbieterwechsel bringt, hängt damit wesentlich davon ab, in welchem Netzgebiet sich ein Haushalt befindet.

Gas: höhere Ersparnis, geringere Streuung

Bei Gas war die Ersparnis im Schnitt größer als bei Strom. Gleichzeitig spielte es eine kleinere Rolle, wo sich ein Haushalt befindet. Die Werte der neun Landesversorger lagen näher beieinander als beim Strom. Bei 8.000 kWh Jahresverbrauch zahlten Haushalte beim Landesversorger 222 Euro mehr als beim günstigsten Alternativtarif – eine Ersparnis von 32,9 Prozent. Bei 25.000 kWh waren es 694 Euro und 34,5 Prozent. Die größte Ersparnis ergab sich gegenüber der Energie Steiermark (44,1 Prozent), gefolgt von Energie AG (39,3 Prozent) und Burgenland Energie (37,2 Prozent). Die geringsten Werte zeigten TIGAS (26,4 Prozent) und Wien Energie (28,4 Prozent).

Stabil, obwohl die Energiekrise zurückliegt

Zu erwarten wäre, dass sich die Preisdifferenz mit zunehmendem Abstand zur Energiekrise 2022 schließt. Über den größten Teil des Erhebungszeitraums ist das nicht passiert. In den ersten neun Quartalen bewegte sich die Ersparnis bei Strom in einer Bandbreite von 26 bis 42 Prozent, bei Gas zwischen 26 und 44 Prozent – ohne erkennbaren Trend nach oben oder unten.

Erst in den beiden jüngsten Quartalen wurde sie geringer. Bei Strom auf 17,9 Prozent im zweiten und 19,8 Prozent im dritten Quartal 2026, bei Gas auf 18,7 und 27,3 Prozent. An der Grundkonstellation ändert das nichts. Auch im dritten Quartal 2026 war der günstigste Alternativtarif bei Strom in allen 36 Vergleichen günstiger als der beste Tarif des Landesversorgers, bei Gas in 26 von 27.

Bei 2.600 kWh Strom beträgt die Ersparnis derzeit 233 Euro pro Jahr gegenüber der EVN, 168 Euro gegenüber Burgenland Energie und 118 Euro gegenüber Energie Steiermark. Bei 8.000 kWh Gas führt Burgenland Energie mit 300 Euro, gefolgt von Energie Steiermark (277 Euro) und EVN (222 Euro).

Die Ausnahmen: zwölf von 693 Vergleichen

In zwölf Fällen war der Landesversorger günstiger, in drei Fällen lagen beide Angebote gleich. Diese Ausnahmen entfallen ausschließlich auf TIWAG beziehungsweise TIGAS und VKW. Der größte Preisvorteil eines Landesversorgers betrug 122 Euro pro Jahr, in den übrigen elf Fällen lag er unter 45 Euro.

Gewerbe: gleiche Ersparnis, größere Beträge

Bei einem gewerblichen Jahresbedarf von 90.000 kWh betrugen die durchschnittlichen Mehrkosten beim Landesversorger 5.236 Euro pro Jahr bei Strom und 2.426 Euro bei Gas – prozentuell auf dem Niveau der Haushalte.

Vergleich und Wechsel

Auf tarife.at können Haushalte und Gewerbetreibende die Angebote von über 100 Energieversorgern vergleichen und innerhalb weniger Minuten einen Tarif auswählen. Die Abwicklung erfolgt vollständig digital, bei Bedarf steht ein Serviceteam kostenfrei zur Verfügung. Alle Details zum Energiekostenvergleich und den aktuell günstigsten Angeboten sind auf www.tarife.at/energie abrufbar.

Zur Methodik: Verglichen wurden die Brutto-Energiepreise pro Jahr inklusive Rabatt im ersten Vertragsjahr, ohne Netzkosten und Abgaben. Herangezogen wurde je Quartal zu Quartalsbeginn der günstigste Normaltarif des jeweiligen Landesenergieversorgers (Wien Energie, EVN, Burgenland Energie, Energie Steiermark, KELAG, Energie AG, Salzburg AG, TIWAG bzw. TIGAS, VKW) im Vergleich zum jeweils günstigsten österreichweit verfügbaren Normaltarif eines Alternativanbieters. Dieser kann je Quartal ein anderes Unternehmen sein. Auswertungszeitraum: Q1/2024 bis Q3/2026, wobei 2026 die Quartale Q1 bis Q3 umfasst. Verbrauchsstufen Strom: 2.600, 7.500, 15.000 und 90.000 kWh; Gas: 8.000, 25.000 und 90.000 kWh. Alle Durchschnittswerte sind arithmetische Mittelwerte der Einzelvergleiche.

Zur Lesart der Zahlen: Alle Prozent- und Eurowerte beziehen sich auf den Energiepreis, nicht auf die gesamte Energierechnung. Netzentgelte und Abgaben sind anbieterunabhängig und von einem Wechsel nicht betroffen; auf die Gesamtrechnung bezogen fällt die Entlastung daher geringer aus. Die Prozentangaben beziehen sich jeweils auf den Energiepreis des Landesversorgers: „Um 32 Prozent günstiger“ bedeutet, dass der Alternativtarif um 32 Prozent unter dessen Energiepreis liegt.

Infografik 1: Durchschnittliche Ersparnis bei Strom gegenüber dem Landesversorger, Q1/2024 bis Q3/2026.

Infografik 2: Durchschnittliche Ersparnis bei Gas gegenüber dem Landesversorger, Q1/2024 bis Q3/2026.

Quelle: tarife.at

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