Das GELBE VOM EI  3
Boško Marušić
ÖWG Wohnbau
Download

Im Grazer Stadtentwicklungsgebiet Reininghaus entsteht derzeit mit LIVORO das neue Wohnprojekt von ÖWG Wohnbau im Quartier 6a Nord. Im Rahmen eines geladenen Wettbewerbs für Kunst am Bau wurde ein künstlerisches Werk gesucht, das dauerhaft im Außenbereich installiert wird und den öffentlichen Raum bereichert. Durchsetzen konnte sich die in Graz lebende Künstlerin Ada Kobusiewicz (k.ada) mit ihrem Projekt „DAS GELBE VOM EI“. Die markante Skulptur wird künftig den Dachgarten des neuen Wohnquartiers prägen und zugleich ein besonderes Kapitel der Reininghaus-Geschichte aufgreifen. So entsteht ein sichtbares Zeichen, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet. 

Kunst trifft Ortsgeschichte

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark wurde ein geladener Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit fünf renommierten Künstler:innen ausgelobt. Im Rahmen der Jurysitzung am Donnerstag, den 8. Oktober 2026, fiel die Entscheidung auf das Siegerprojekt DAS GELBE VOM EI der polnischen Künstlerin Ada Kobusiewicz, die damit den Auftrag zur Realisierung erhielt. Über die Auswahl entschied eine hochkarätig besetzte Jury unter der Leitung von Dr. Gabriele Mackert (Leiterin Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark) mit Vorstandsdirektor DI Hans Schaffer (Geschäftsführer ÖWG Wohnbau), DI Marion Wicher (Fachbeirat Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Graz), Anton Lederer (rotor Graz) und Mag. Juliane Feldhoffer (Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich).

Der Standort

Die Kunstinstallation wird in einem rund 140 Quadratmeter großen Dachgartenbereich des ersten Obergeschosses des Projekts LIVORO umgesetzt. Die Freifläche wird von den Landschaftsarchitekt:innen der studio boden GmbH gestaltet und soll künftig einen attraktiven Aufenthaltsort für die Bewohner:innen bieten. Durch die direkte Ausrichtung zum angrenzenden Reininghauspark, dem lebendigsten Teil des Areals, entsteht eine starke visuelle Verbindung zum öffentlichen Raum.

Die Anforderungen

Gesucht wurde eine innovative und permanente Kunstinstallation, die die besondere Lage des Dachgartens aufgreift und sowohl vom Wohnprojekt als auch vom Reininghauspark aus wahrnehmbar ist. Das Projekt von Ada Kobusiewicz überzeugte die Jury insbesondere durch seine hohe künstlerische Qualität, die sorgfältige Ausarbeitung sowie die gelungene Auseinandersetzung mit der Geschichte des Standorts.

Das GELBE VOM EI

Mit ihrer Skulptur DAS GELBE VOM EI greift Ada Kobusiewicz ein bislang wenig bekanntes Kapitel der Reininghaus-Geschichte auf. Neben der weithin bekannten Bierproduktion wurde am Standort einst auch Eierlikör hergestellt. Die dafür erforderliche Trennung von Eigelb und Eiklar inspirierte die Künstlerin zu ihrem Entwurf, der durch eine zeitgenössische, humorvolle und zugleich prägnante Formensprache geprägt ist. Das scheinbar über der Brüstung schwebende Ei wird sowohl vom Dachgarten als auch vom öffentlichen Park aus sichtbar sein und damit einen markanten künstlerischen Akzent im neuen Stadtquartier setzen. Die Skulptur bewahrt ein Fragment der Erinnerung an die ehemalige Brauerei und die Menschen, die dort arbeiteten, ohne dabei den Anspruch zu erheben, ein Denkmal sein zu wollen. Auf diese Weise verbindet sie die Geschichte des Ortes mit dem gegenwärtigen Leben im neu entstehenden Quartier.

„Wir freuen uns, mit Kunst am Bau einen wichtigen Beitrag zur Förderung zeitgenössischer Kunst zu leisten und gleichzeitig einen neuen Identifikationspunkt für das Quartier zu schaffen. Mit der Umsetzung von DAS GELBE VOM EI erhält LIVORO nicht nur eine identitätsstiftende Kunstinstallation, sondern auch ein weithin sichtbares Symbol, das die Geschichte des Standorts mit der Gegenwart eines modernen Wohnquartiers verbindet. Vielleicht heißt es hier künftig einmal: ‚Treff ma uns beim GELBEN EI‘, ganz so, wie man sich seit Generationen bei der Weikhard-Uhr am Grazer Hauptplatz verabredet“, so Vorstandsdirektor DI Hans Schaffer.

LIVORO: Das Wohnprojekt

Im Quartier 6a Nord entsteht nach Plänen von der Pentaplan ZT GmbH das Wohnprojekt LIVORO. Der Name ist ein Wortspiel, das die Funktionen Wohnen (living) und Arbeit (lavoro) vereint. Direkt am Reininghauspark entstehen vier Gebäude (Reininghauspark 1,3 sowie Kratkystraße 13 und 15) mit 146 Wohneinheiten, die sowohl als Miet- oder Eigentumswohnungen angeboten werden, sowie 25 Gewerbeeinheiten. Die Wohnungen werden zwischen 38 bis 140 Quadratmeter groß sein und über großzügige Balkonflächen sowie Kellerabteile verfügen. LIVORO setzt auf urbanen Charakter und verbindet eine differenzierte Gebäudestruktur, großzügige Freiräume mit starken Grünraumbezug. Der Spatenstich erfolgte im Frühjahr 2025, die Fertigstellung ist für 2028 geplant.

„Kunst denkt über Notwendigkeiten hinaus. Gerade an einem Ort wie Reininghaus, an dem Neues für die kommenden Generationen entsteht, ist ein solcher Wettbewerb ein wichtiger Beitrag zur Auseinandersetzung mit dem Stadtraum und seiner Geschichte. In Zeiten sozialer Verschärfungen und Kürzungen öffentlicher Budgets ist es umso wichtiger, künstlerische Freiräume zu sichern, die neue Perspektiven eröffnen und Diskussionen anregen. Ada Kobusiewiczs‘ Werk setzt sich engagiert und zugleich humorvoll mit dem Ort auseinander – Qualitäten, die eine Gemeinschaft stärken können,“ so Dr. Gabriele Mackert, Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark und Vorsitzende der Jury.

Weitere Teilnehmer:innen des Wettbewerbs

Neben Ada Kobusiewicz waren die Künstler:innen Transparadiso (Arch. DI Dr. Paul Rajakovics und Dr. Barbara Holub), Jakob Lena Knebl, Ines Doujak sowie Armin A. Pichler im Wettbewerb vertreten.

 

Rendering: Kunst am Bau in Reininghaus LIVORO: Das GELBE VOM EI  

Bildquelle: © Boško Marušić

Foto: Jury (v. l. n. r.): Vorstandsdirektor DI Hans Schaffer (ÖWG Wohnbau), Vst. Dir. DI Hans Schaffer, Geschäftsführer ÖWG Wohnbau, DI Marion Wicher, Fachbeirat Kunst im öffentlichen Raum Stadt Graz, Dr. Gabriele Mackert, Leiterin Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark, Mag. Juliane Feldhoffer, Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich und Anton Lederer, rotor, Graz.

Bildquelle: © ÖWG Wohnbau 

Über ÖWG Wohnbau

ÖWG Wohnbau wurde 1950 gegründet und ist der größte gemeinnützige Wohnbauträger in der Steiermark. ÖWG Wohnbau errichtet sowohl geförderte als auch freifinanzierte Wohnungen in den Rechtsformen Eigentum, Miete und Miete mit Kaufoption. In über 180 steirischen Gemeinden baute der Wohnbauträger darüber hinaus Kindergärten, Schulen, Studentenheime, Universitätsinstitute und Seniorenwohnhäuser und revitalisierte historisch wertvolle Bausubstanz. Heute verwaltet ÖWG Wohnbau mehr als 33.000 Wohnungen für individuelle Wohnbedürfnisse in unterschiedlichen Lagen. Mit über 40.000 Verwaltungseinheiten im Wohn- und Geschäftsbereich ist ÖWG Wohnbau die größte gemeinnützige Hausverwaltung der Steiermark und eine der größten Österreichs. Am Sitz in Graz sind über 200 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Im Jahr 2025 feierte ÖWG Wohnbau das 75-jährige Bestehen. Mehr unter oewg.at


Downloads

DAS GELBE VOM EI 1
PNG
Das GELBE VOM EI 2
PNG
Das GELBE VOM EI 3
PNG
Die Jury
JPG
Pressetext Kunst am Bau Reininghaus
DOCX